Wir wohnen während unserer Urlaubstage nicht in einem Hotel am Strand, sondern am Hang des Taygetos-Gebirges. Von Mikri Mantineia führt eine Straße in Serpentinen den Berg hinauf.
Allerdings nicht bis zu unserem Ferienhaus.
Das letzte Stück führt über eine unbefestigte Straße. Eine richtige Staubpiste also, und genau die will ich heute zu Fuß erkunden. Irgendwo dort oben soll es einen Aussichtspunkt mit einem großartigen Blick über die Bucht geben.
Also los.
Ganz in der Nähe unseres Hauses leuchten noch die Bougainvilleen. Wunderschön, keine Frage. Aber mich interessieren die Pflanzen, die hier niemand gießt und pflegt, fast noch mehr.
Neben der Straße geht es ziemlich struppig zu.
Einfach querfeldein laufen, wie ich es zu Hause im Wald so gerne mache, ist hier keine besonders gute Idee. Richtige Wanderwege sind ebenfalls Mangelware.
Ein alter Grieche sagte einmal zu mir:
„Griechen gehen nicht zu Fuß.“
Vielleicht erklärt das einiges.
Ich gehe trotzdem weiter.
Zwischen den vertrockneten Überresten der überall wachsenden Disteln entdecke ich plötzlich zartes Rosa. Einige Griechische Alpenveilchen (Cyclamen graecum) haben nach dem trockenen, heißen Sommer mit der Blüte begonnen.
Natürlich wachsen hier auch Oliven. Im November beginnt die Olivenernte, aber noch ist es still zwischen den Bäumen.
Nur die Kabel neben dem Weg summen leise in der Sonne. Solche Konstruktionen kenne ich noch von früheren Aufenthalten in Griechenland. Sie gehören für mich inzwischen fast genauso zum Landschaftsbild wie Olivenbäume und staubige Wege.
Dicht an den Fels geduckt stehen vereinzelte Häuser. Und etwas näher leuchtet unser Ferienhaus strahlend weiß am Hang.
Ich bin also noch nicht verloren gegangen.
Dann erreiche ich tatsächlich den gesuchten Aussichtspunkt.
Und jetzt weiß ich, warum ich losgelaufen bin.
Die Sicht über die Bucht von Kalamata ist grandios.
Beim Heranzoomen erkenne ich sogar die dicht bebaute Innenstadt von Kalamata. Hier muss ich unbedingt noch einmal heraufkommen, wenn die Sonne untergeht.
Für heute mache ich mich wieder auf den Rückweg.
Schließlich wartet zu Hause auch ein Sonnenuntergang auf mich.
Und für den muss ich nicht einmal eine Staubpiste entlanglaufen.
Greeks Don’t Walk
Our holiday home is high above Mikri Mantineia, on the slopes of the Taygetos Mountains. The last part of the road is little more than a dusty track, and today I decide to explore it on foot.
An elderly Greek once told me: “Greeks don’t walk.”
Well, I do.
Along the way I discover wild cyclamen flowering after the hot, dry summer, olive trees waiting for the November harvest, a few scattered houses and our own white holiday home on the hillside.
Eventually I reach the viewpoint I was looking for. Far below lies the Bay of Kalamata, with the city in the distance.
I will have to come back here for sunset.
For today, however, I head home. There is a sunset waiting for me there too.
And I do not even have to walk along a dusty track to see it.











Kommentare
Schön die lila Blüten und auch die Disteln, die Landschaft . Gut dass du wieder gut heim gekommen bist und den wundervollen Sonnenuntergang an schauen konnest!
Weiterhin ein schönen Urlaub und bin gespannt was du noch zeigst!
Lieben Gruss Elke
To hot in Summer to walk...
Have a great week !
Anna
I admire your energy and determination to discover! You were truly rewarded. YAM xx
Ich liebe staubige Wege und Straßen. Im Sommer steige ich aus dem Auto, sobald ich einen Feldweg sehe, und gehe darauf spazieren. Ich möchte nicht mehr auf dem Bürgersteig oder Asphalt laufen. Ich möchte die Natur spüren. Wilde Alpenveilchen sind charakteristische Blumen im Wald in meiner Nähe. Sie bemalen auch die Bäume mit diesen Blüten, um die beliebtesten Wanderwege zu markieren. Alles Gute! Eva
LG Angela
Tolle fotos, vor allem die Aussichten !
LOVE
Gabi