Vierzig Jahre danach

Vierzig Jahre nach dem schweren Erdbeben erinnert sich Kalamata an die Katastrophe von 1986 und zeigt zugleich, wie viel Leben in die Stadt zurückgekehrt ist.

In diesen Tagen erinnert sich Kalamata an ein Ereignis, das die Stadt für immer verändert hat.

Am Abend des 13. September 1986 bebte die Erde. Nur wenige Sekunden genügten. Häuser stürzten ein, zwanzig Menschen verloren ihr Leben, Hunderte wurden verletzt und Tausende hatten plötzlich kein Zuhause mehr.

Vierzig Jahre ist das jetzt her.

Ich versuche mir vorzustellen, was es bedeutet, am Abend noch in der vertrauten Wohnung zu sitzen und wenig später vor den Trümmern des eigenen Zuhauses zu stehen. Vielleicht mit nichts anderem als dem, was man gerade am Körper trägt.

Und noch schlimmer muss es für diejenigen gewesen sein, die an diesem Abend einen Menschen verloren haben.

Nach dem Erdbeben wurde vieles wiederaufgebaut. Historische Gebäude wurden restauriert, neue Straßen, Plätze und Grünflächen entstanden. Für Kalamata begann damit auch ein Neuanfang.

Heute gehen wir durch breite, von Bäumen gesäumte Alleen mit Geschäften und durch schmale Seitenstraßen voller Leben. Überall sitzen Menschen vor den Cafés. Sie reden, trinken Kaffee, lachen und suchen sich einen Platz im Schatten.

Das Erdbeben gehört zur Geschichte dieser Stadt. Hin und wieder begegnen uns alte, verlassene Häuser. Nicht bei jeder Ruine wissen wir, welche Geschichte sie hat. Deshalb möchte ich ihnen auch keine zuschreiben.

Aber es ist nicht ihre ganze Geschichte.

Wir setzen uns ebenfalls in eines der Cafés und machen eine ausgiebige Pause.

Die Stadt lebt.

Kalamata hat nicht vergessen, was vor vierzig Jahren geschah. Aber wenn ich heute durch die Straßen gehe, sehe ich nicht zuerst eine Stadt, die einmal zerstört wurde.

Ich sehe eine Stadt, die weitergelebt hat.


40 Years Later

On 13 September 1986, a severe earthquake struck Kalamata. Within seconds, buildings collapsed, twenty people lost their lives, hundreds were injured and thousands were left without a home.

Forty years have passed.

Much of the city was rebuilt. Historic buildings were restored, and new streets, squares and green spaces were created.

Today, as we walk through Kalamata, we see busy streets, small shops and cafés full of people. Occasionally we also come across old abandoned buildings. We do not know their stories, and I do not want to invent one for them.

The earthquake is part of Kalamata's history, but it is not its whole story.

The city remembers.

And the city lives.

When I walk through its streets today, I do not first see a city that was once devastated.

I see a city that carried on living.





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