Montag, 12. Mai 2014

Weißer Garten - Eisheilige


Keine Sorge, die jetzt gerade auf den Punkt genau angetretenen Eisheiligen haben meinen Garten nicht in ein weißes Wintermärchen verwandelt.
Ich finde nur, dass zu den Eisheiligen gut ein weißer Garten passt.

Wer mein Blog schon länger verfolgt, weiß natürlich, dass ich Farben liebe. Je bunter, je besser.
Im Moment zeigen sich jedoch viele weiße Blumen, die meinen Beeten eine gewisse Eleganz geben. 

Aber jetzt erst einmal zu den Eisheiligen:

Hintergrund zu den Eisheiligen sind jahrhundertealte Wetterbeobachtungen, nach denen es Mitte Mai häufig zu Kälteeinbrüchen gekommen ist. Diese werden heute immer seltener, hat der Deutsche Wetterdienst festgestellt: „Die Wetteraufzeichnungen deuten an, dass die mitteleuropäischen Kaltlufteinbrüche der zweiten Maidekade in der nahen Vergangenheit, im 19. und 20. Jahrhundert, häufiger und intensiver eingetreten sind als in der Gegenwart.“
In diesem Jahr sind sie zumindest pünktlich. Ich hoffe allerdings inständig, dass sie milde bleiben.

Leben und Wirken der Eismänner und der auf sie folgenden Eisfrau sind unterschiedlich gut bezeugt. Obwohl Pankratius unter den Heiligen zu den 14 „Nothelfern“ zählt, weiß man von ihm nur sicher, dass er in Rom den Märtyrertod starb – wahrscheinlich 304 unter Kaiser Diokletian – und in der nach ihm benannten Stationskirche an der Via Aurelia begraben liegt.
Servatius stammt aus dem Osten, aus Armenien, stand aber im vierten Jahrhundert der Ortskirche von Tongern in der Gegend von Lüttich in Belgien als Bischof vor. Später stieg Servatius zu einem Lieblingsheiligen der abendländischen Christenheit auf. Er soll den Einfall der Hunnen vorausgesagt haben und starb am 13. Mai 384. Sein Grab in der Servatiusbasilika im niederländischen Maastricht war schon im 5. Jahrhundert Wallfahrtsort.
Der dritte „Eismann“, Bonifatius, ist nicht zu verwechseln mit dem berühmten Apostel der Deutschen, dem angelsächsischen Benediktinermönch. Dieser Bonifatius hieß eigentlich Wynfrith und erhielt seinen Namen von dem Eisheiligen, als er 719 zufällig an jenem Tag in Rom war, als dort der Märtyrer Bonifatius gefeiert wurde.
Denn Bonifatius, der in der kleinasiatischen Stadt Tarsus um 306 für seinen Glauben gestorben war, genoss damals in Rom bereits Verehrung. Dort sind auch seine Gebeine begraben. Er soll zum Christentum übergetreten sein, als er die Folterungen der Christen unter dem römischen Kaiser miterlebte.
Eine Märtyrerin ist auch Sophia (griechisch „Weisheit“) gewesen, eine vornehme Mailänderin, die gemeinsam mit ihren Töchtern unter Kaiser Hadrian den Tod fand. Sie wurde auch in Deutschland verehrt, seit das Frauenkloster Eschau bei Straßburg im achten Jahrhundert angeblich die Gebeine Sophias und ihrer Kinder erhalten hatte.

So weit zu den Eisheiligen, jetzt ist der weiße Garten an der Reihe:




In den Sommermonaten wandern viele meiner Topfpflanzen in den Garten. An den dicken Ästen der alten Apfelbäume hängen jetzt Efeu und Grünlilien. Hier eine weiß panaschierte Grünlilie.




Darunter im Beet, oben nicht mehr zu erkennen, blüht jetzt Teppichhartriegel  (Cornus canadensis), ein wunderbarer Bodendecker.





Nicht weit entfernt fand ich diesen seltenen Gast. Eine Blindschleiche schlängelt sich durch die Stauden. Sie ist eine Echse und gehört zu den Schleichen, nicht zu den Schlangen.




Vielleicht wollte sie hier hin. Ein Stückchen "echte" Natur. Vor meiner Topflärche breiten sich Wiesenmargeriten aus.




Besonders schön blüht jetzt der Enzian-Ehrenpreis  (Veronica gentianoides) Er ist immergrün und bodendeckend.




Auch im Schattenbeet blüht es jetzt nur weiß. Neben Hosta, Astilben und Farn, die zur Zeit nur als Blattschmuck-Pflanzen dienen, blüht vorn noch ein Tränendes Herz.





Hinter dem Rhododendron hat sich dieses zarte Pflänzchen versteckt. Das Salomonssiegel (Polygonatum).
Man sieht noch die Tropfen vom letzten Regenschauer. 



Neben Regen zog leider auch ein Sturmtief durch. Dabei vielen zwei leere Nester von den Bäumen. Viel zu schade zum Wegwerfen dekorieren sie jetzt die Garagenwand. Statt Eiern liegen nun kleine Steine in den Nestern. So werden sie nicht ständig von neugierigen Elstern leergeräumt.




Zum Schluss mein persönliches Highlight, weiße Klematis. Mit ihren leicht gerüschten großen Blüten ist sie ein echter Hingucker am Rosenbogen.




Kommentare:

Gartenbiene hat gesagt…

Hallo Anette,
ich finde weiße Blumen schön. Dieses Jahr ist Weiß meine Lieblingsfarbe und ich bin dabei, ein komplett weißes Beet zu gestalten.
Blindschleichen gibt es auch bei uns. Sie lieben warme, sonnige Stellen.
Vielen Dank auch für Deine Ausführungen zu den Eisheiligen.
Wenn die vorüber sind, wird es Sommer.
Liebe Grüße von Ingrid

wohnsinniges aus den smilabergen hat gesagt…

Hallo Annette, ich liebe weisse Gärten. Die Vorstellung dieser tollen Stauden wie beispielsweise dem Salomonspiegel hat mir gut gefallen.
Ich hoffe auch, daß wir mit den Eisheiligen bald durch sind. Die ständige Sorge um die Rosen nervt langsam ein bisserl.
Viele Grüsse, Bine

Fingerhut hat gesagt…

Hallo Anette,
mir geht es wie Dir, ich mag auch Farben im Garten und auch sogar im Haus. Und auf Deinen Enzian-Ehrenpreis bin ich fast neidisch. Ich habe letztes Jahr einen gesetzt, aber die Blütchen stehen eher spärlich an der Rispe, nicht so üppig wie bei Deinem.
Liebe Grüße
Elke

Marijke Verdonk hat gesagt…

Deine Garten seht so wunderschön aus Anette. So viel blute zu sehen.
Schöne Abend gewünscht.

wordsandherbs hat gesagt…

Liebe Anette, Dein Garten ist wunderschön! Ich liebe Farben auch, aber die Farbe Weiß kann man von weit weg gut erkennen, und sie schafft Akzente im Schatten. Sehr inspirierend. :)

Tina/Bellazitronella hat gesagt…

Hallo liebe Anette,
schön dass du dich zu "Wort" gemeldet hast auf meinem Blog :-)
Ich freue mich immer , wenn mir jemand schreibt, das er öfters zu Besuch ist auf meinem Blog.
Danke für deine lieben Worte....

Dein weißer Garten!!
WOW!!
Wunderschön.....

Bis ganz bald
Tina

WilderGartenVordereifel hat gesagt…

Hallo Anette,
die Eisheiligen. Hoffentlich sind sie bald vorbei. Die Tomaten und Co. stehen in den Startlöchern! Meine Versuche ein weißes Beet anzulegen sind an manchen Stellen leider gescheitert da durch den sauren Boden die Blüten gerne mal blau werden oder rosa. Weiße Blüten sind aber besonders in dunklen Ecken fast unverzichtbar, ich geb´s nicht auf ;-)).

Liebe Grüße Alexandra

SchneiderHein hat gesagt…

Ok, liebe Anette, jetzt verstehe ich, warum Du eher mit Maikäfern und weniger mit Nacktschnecken zu kämpfen hast - die Blindschleiche! Kein Wunder also, dass bei Dir noch Enzian-Ehrenpreis gedeiht, den meine Mutter nur noch auf dem heißen Südhof halten kann und der bei uns schon seit über 10 Jahren verschwunden ist …
LG Silke

Sunray Gardens hat gesagt…

Love the pretty blooms. Don't care for the snake though. LOL
Cher Sunray Gardens

Lela hat gesagt…

Hallo liebe Anette,

ich liebe weiße Blüten im Garten, habe leider nicht so viele davon...
Sehr interessant war deine Ausführung über die Eisheiligen, das wusste ich alles nicht, vielen Dank...
Jetzt hoffen wir das die Eisheiligen endlich mal vorbei sind und die Sonne und Wärme wieder kommt...

Liebe Grüße
Michaela

Kath rin hat gesagt…

Einfach herrlich Deine Bilder aus dem Garten! Eine Blindschleiche habe ich vor einigen Tagen auch bei uns entdeckt.

lg kathrin

Anke hat gesagt…

Liebe Anette,

sodele die Eisheiligen haben wir geschafft und diese Woche sind sommerliche Temperaturen angesagt *JUBEL*

Deine weiße Blütenpracht gefällt mir sehr, besonders angetan bin ich von der weißen Clematis, so ein Exemplar würde mir auch sehr gut gefallen.

Ich mag weiße Blüten sehr gerne, aber nicht nur, es muss auch bunt sein.

Liebe Grüße
von Anke