Montag, 10. August 2015

Mein Garten wird zur Steppe


Gewitterwolken ziehen auf. Ob sie wohl Regen bringen?




Bei einem flüchtigen Blick über den Garten sieht alles ganz OK aus. 



Purpurglöckchen mit sattem roten Laub blühen in den schattigen Bereichen.



Hängende Nachtkerzen breiten sich am Steingarten aus.




Auch im Gräserbeet blüht es noch wie hier die weißen Prachtscharten.

Aber wenn ich genauer hinsehe, dann werde ich richtig traurig.


Während hier noch ein Johanniskrautstrauch seine roten Beeren zeigt, ist vom Mädchenauge nicht mehr viel übrig. Da hilft das ganze Gießen nichts. Hitze und Trockenheit lassen es verdorren.



Am schlechtesten geht es allen Astilben im Schattenbeet.
Nur noch trockenes Heu ist von den schönen Stauden übrig geblieben.
Glaubt ja nicht, ich hätte nicht gegossen. Ich denke, es ist vor allem die Hitze, die sie nicht vertragen.
Ich bin gespannt, ob sie im nächsten Frühjahr wieder austreiben.






Wirklich Freude macht mir bei diesem Wetter die Indianernessel (Monarda).

Sie gehört zu den Lippenblütlern (Lamiaceae).
Häufig wird die Pflanze auch als Goldmelisse bezeichnet. Wobei ich den Bezug zu Gold nicht sehe.
Wie ihr auf den Bildern seht, bilden sich bei der Indianernessel hübsche Blütenquirle, manchmal mehrere übereinander. Die Blütenquirle sind Anflugstellen für Bienen, Hummeln und andere Nektarsammler.





In meinem Garten wächst die schöne Staude nicht nur wegen ihrer Blüten, sondern vor allem auch als Duftpflanze. Sie duftet sehr würzig, ähnlich wie Zitrone.

Die anspruchslose Pflanze blüht am schönsten in der prallen Sonne, schließlich wächst die Urform in der Prärie. Die Wurzeln verlaufen sehr flach und man muss beim Unkraut hacken sehr aufpassen, dass man die Wurzeln nicht verletzt. Auf einem günstigen Standort vermehrt sich die Indianernessel sehr schnell und kann gut geteilt werden.
Leider sind einige Sorten etwas anfällig gegen Meltau. Da hilft dann oft nur die befallenen Stiele bis auf die Erde abzuschneiden.


Blätter und Blüten der Monarda können in der Kücher verwendet werden. Im Internet gibt es zahlreiche Zubereitungstipps.
Ich nehme die Blüten gelegentlich als Deko im Salat.
Interessant ist, dass ein aus Indianernesseln zubereiteter Tee (Oswego-Tee, so wie der gleichnamige Indianerstamm) Ende des 18. Jahrhunderts von amerikanischen Kolonisten getrunken wurde. Sie boykottierten so den aus England eingeführten Tee.
Mir schmecken die Monardablätter sehr gut als Zusatz im Grüntee.




Über den Hügeln, die unser Dorf umgeben, sehe ich jetzt Blitze und ein fernes Donnern ist auch zu hören. Vielleicht haben wir heute Nacht Glück und bekommen einen ordentlichen Gewitterschauer ab.

Kommentare:

SchneiderHein hat gesagt…

Liebe Anette,
ich wünsche Dir, dass Dein Garten auch etwas vom nächtlichen Gewitterguss abbgekommen hat ...

Etwas weniger Gewitter wäre mir zwar lieber gewesen, aber dazu gab es zumindest recht kurz reichlich Regen. Und nachdem ich gestern die Teichlandschaft und 1/4 unseres Gartens 10 Stunden lang unter Wasser gesetzt habe, hoffe ich, dass das nun vorerst mal wieder reicht …
Allerdings werden sich die Schäden an Bäumen und Sträuchern wohl erst im nächsten Jahr richtig zeigen. Bei den Stauden hingegen bin ich zuversichtlicher. Denn die Farne und der Beinwell waren mir in den letzten Jahren häufiger vertrocknet, aber sie sahen zwischenzeitlich sogar schon wieder gut aus. Nur die letzten Tage hatten ihnen dann wieder zugesetzt. Aber selbst der Waldgeißbart war plötzlich noch erschienen.
Eigentlich ist unser Garten in diesem Jahr gar nicht richtig aus dem herbstlichen Flair rausgekommen. Zunächst war es noch das alte Laub, das den Boden schützte. Dann das frische Stauden- & Zwiebelgrün zu kahlen Bäumen, bald darauf warf das Efeu sein altes Laub ab, die Weide entblätterte sich recht früh und nun bekommen bei uns selbst Haselnußblätter Sonnenbrand oder Trockenschäden. Die Bepflanzung unter Bäumen und Sträuchern hat es trotz Schattenplatz in den letzten Jahren auch immer schwerer …

Schön, dass Dir Deine Indianernesseln zumindest noch viel Freude bereiten. Ich hatte früher einmal eine weiße Variante, aber sie blieb auch nur ein oder zwei Sommer.
LG Silke

Margeraniums Gartenblog hat gesagt…

Die Indianernesseln sind wohl DIE Pflanzen in diesem Sommer! Sie gedeihen auch hier prächtig! Hier ist auch weit und breit kein Regen in Sicht! Ich habe zum Glück einen Bach hinterm Haus und kann daher den Garten gut wässern! Anders sieht es in meinem alten Garten aus! Dort habe ich zwar einen Brunnen nit Pumpe... aber 600 qm wässern, ist fast ein Ding der Unmöglichkeit!
Viele Grüße von Margit

Neststern hat gesagt…

Die Hitze macht allen zu schaffen. Es ist alles so trocken, da helfen auch die üblichen Wasserrationen nicht. Ich drücke Dir die Daumen, dass es mal einen richtigen Regenguss gibt bei Euch.
glg Susanne

kleiner-staudengarten hat gesagt…

Guten Morgen Anette, noch in der vergangenen Nacht gabs hier GsD nur 11mm Niederschlag, in der weiteren Nachbarschaft herrscht durch ein Unwetter landunter und selbst die AB musste gesperrt werden. Nun scheint wieder die Sonne - die zunehmenden Extreme machen einfach zu schaffen, dem einen fehlt das Wasser und der andere weiß nicht wohin damit. Monarden haben sich nach einigen Jahren aus meinem Garten verabschiedet, nimmst du sie regelmäßig auf, wenn sie innen verkahlen? Ich finde sie so schön als Insektenmagnet.
LG und einen schönen Sommertag, Marita

Meriseimorion Mosaike hat gesagt…

Guten Morgen Anette,
ich hoffe ihr habt in der letzten Nacht auch etwas Regen abbekommen.
Hier hat es ganz ordentlich gewittert und geschüttet.
Dass deine Stauden so leiden tut mir ja richtig leid,
hoffentlich erholen sie sich alle wieder.
Doch meist ist die Natur ja auch für diese Fälle gerüstet und plötzlich treiben die Stauden wieder aus.
Ich wünsche dir einen schönen Tag, vielleicht heute mal ohne Gießkannen schleppen.:-)
Liebe Grüße
Kerstin

glasperlengarten hat gesagt…

Ich hoffe, bei Euch hat es in der Nacht auch geregnet. Bei uns sind einige Gewitter niedergegangen und heute morgen war die Regentonne wieder zu Dreiviertel gefüllt. Ich glaube, wir haben noch nie den Garten soviel gießen müssen wie dieses Jahr. Im Gegensatz zu Euch hatten wir aber das Glück, dass es zwischendurch mal ein bisschen geregnet hat.
Die Indianernessel sieht wunderschön aus. Sie scheint offensichtlich mit Hitze und Trockenheit gut auszukommen. Das wäre die ideale Pflanze für unsere Schräge. Die wird nämlich nicht regelmäßig von uns mit Wasser versorgt. Dafür ist der Garten zu groß, um alles ausgiebig zu gießen.
Liebe Grüße
Inge

Karen Heyer hat gesagt…

Liebe Anette,
hoffentlich ist auch bei Euch Regen nieder gegangen! Hier hat es neben den Gewittern 20mm gebracht, darüber freue ich mich sehr! Hatte nämlich gestern abend gepokert und nur im Gewächshaus gegossen, weil der Regen vorhergesagt wurde.
Sommerliche Grüße
Karen

Elderbeary hat gesagt…

Liebe Anette,
das tut mir leid für deinen schönen Garten. Hoffentlich gibt es bald reichlich Wasser von oben.
Viele liebe Grüße
Ursula

Margrit hat gesagt…

Ja, ich weiß von einigen, die sehr traurig sind, weil der Garten verdorrt. Hier im Norden haben wir Glück. Es ist nicht ganz so heiß und es regnet zwischendurch immer mal wieder, so dass ich den Schlauch nur 1x bemüht habe.Letzte Nacht hat es auch gewittert und geschüttet.
Monarden mag ich auch, aber meine hatten immer Mehltau, deshalb habe ich sie entfernt.

Viele Grüße
Margrit

zabor hat gesagt…

Was für eine hübsche hoffnungsvolle Wolke. Meine Astilbe sieht genauso aus, obwohl ich sie brav gegossen habe. Leider nicht regelmäßig.
Doch sonst ist doch alles schön am Blühen in deinem Garten. Es ist eine große Freude diese Blüten zu sehen.

Mach mal hat gesagt…

Liebe Anette, kam das Gewitter bei euch an? Bei uns hat es einen Tag fast durchgehend gewittert :-) Das habe ich mir vom Balkon aus angesehen und jeden kühlen Wind genossen. Hat sich das Mädchenauge vielleicht etwas erholt? Ich drücke die Daumen, dass die verdorrten Pflanzen nächstes Jahr wieder ordentlich treiben! Liebe Grüße, Anna von "Mach mal"

G. Kaiser hat gesagt…

liebe Anette,
Dein Garten schaut trotz der Hitze noch toll aus, da sieht man Deine liebevolle Pflege.
Bei uns ist es so heiß, es kommt kein Gewitter und kein Regen (voraussichtlich erst am Freitag).
Ich fühle mich wie im Urlaub in Griechenland, der Rasen ist schon ganz braun, fehlt nur der grassuchende Esel.
Ich wünsche Dir eine gute Zeit
liebe Grüße
Gerti

Kathinka hat gesagt…

Liebe Anette,
Dein Gräserbeet mit der weißen Prachtscharte sieht herrlich aus! Die kommen wohl auch ganz gut zurecht mit der Trockenheit. Astilben habe ich auch einige, die welken schneller, als ich gießen kann. Vielleicht muß ich sie noch schattiger stellen. Das für gestern Nacht vorhergesagte Unwetter mit viel Regen und Blitzen ist wieder mal knapp an uns vorbeigezogen. So stand ich schon heute früh in den Beeten und mußte das wässern nachholen. Dieses Jahr ist es wirklich schlimm mit der Trockenheit. Aber ich kann mich auch noch gut an extrem verregnete Sommer erinnern...
LG Kathinka