Donnerstag, 17. September 2015

Eisenhut und Kreuzkraut





 Das Kreuzkraut gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae), welche in Europa und Asien beheimatet sind. Der Name Kreuzkraut ist etwas irreführend da so auch die Arten der Pflanzengattung der Greiskräuter (Senecio) bezeichnet werden (bitte nicht verwechseln). Die deutsche Bezeichnung Goldkolben oder Lugularien finde ich daher  eventuell besser geeignet. Das Kreuzkraut ist eine horstig wachsende Großstaude.  Die großen, grünen, herzförmigen Blätter sind am Rand gezahnt und im jungen Entwicklungsstadium leider beliebt bei den Schnecken. In diesem trockenen Sommer blieb mein Kreuzkraut aber weitgehend verschont.Das Kreuzkraut ist sehr robust, wüchsig, pflegeleicht, langlebig und absolut winterhart.













Das Kreuzkraut benötigt ein frischen bis sehr nassen, nährstoffreichen Boden an einem halbschattigen bis schattigen Standort.Bei mir steht es zwar schattig, aber sehr trocken. Den ganzen Sommer über wurde es reichlich gegossen um es am Leben zu halten.




Die Farbe Blau fällt mir als erstes ein, wenn ich an Eisenhut denke. Doch die Blütenstaude hat mehr zu bieten: Die Blütezeit  des Eisenhuts reicht vom Frühjahr  bis tief in den Herbst.Von Juni bis August blüht der Sommereisenhut. Die Blütezeit des Herbst-Eisenhuts reicht von September bis Oktober, bei mildem Klima wie 2014 sogar bis in den November.
Seinen Namen verdankt der Eisenhut seinem bogenförmigen obersten Blütenblatt. das an einen Ritterhelm erinnert.






Aus seinem botanischen Namen Aconitum lässt sich hingegen die Gefahr ablesen, die vom Eisenhut ausgeht: Vor allem in den Wurzelknollen und Samen, aber auch in den übrigen Pflanzenteilen befindet sich das starke Gift Aconitin. Das  Alkaloid kann schon beim Pflücken der Pflanze durch die Haut dringen und Entzündungen sowie schwere Vergiftungen auslösen. Werden nur wenige Blätter dieser Pflanze gegessen, wirkt das Gift tödlich. Ein guter Grund, warum es in meinem Garten, solange dort noch Kinder spielten, keinen Eisenhut gab.
Doch trotz seiner Giftigkeit wäre es schade, wenn der Eisenhut in den Gärten verschwände. Die  hohen Stauden mit ihren ausgefallenen Blütenrispen sehen zu schön aus.
Eisenhut fühlt sich an halbschattigen Stellen wie hier unter den Obstbäumen besonders wohl.
Die verblühten Triebe müssen über dem Boden abgeschnitten werden. Außerdem solltet ihr die Staude nach einigen Jahren teilen um die Blühfreudigkeit zu erhalten.
Aber vorsicht! Handschuhe nicht vergessen.





Viele Stauden und Sträucher beginnen jetzt mit einer Nachblüte. Besonders zart blüht die Kerrie.






Völlig zugewachsen sieht der Miniteich im Gräserbeet aus. Noch tummeln sich einige Molche im Wasser . Wenn sie in ihr Winterquartier gezogen sind, werde ich einige Pflanzen auslichten.




Wenn sich die Hostablätter gelb färben, dann ist für mich richtig Herbst. Noch sehen sie sommerlich grün aus.


Noch immer unermüdlich blühen alle Sonnenhüte. Sogar blühende Echinacea ist noch zu sehen.





Überhaupt blühen noch sehr viele Stauden. Hier in Blau Rittersporn, rote Rosen, weiße Königskerzen und  Rudbeckien.



Besonders leuchtend rot zeigen sich aufrech blühende Fuchsschwänze, die ich als kleine Ableger geschenkt bekam.




Fuchsien gehören um diese Zeit für mich  zu den schönsten Kübelpflanzen.



Vor etwa vier Jahren fand ich im Garten eine Marone mit einem kleinen Keim. Vielleicht wurde sie von einem großen Vogel in den Garten getragen und dort verloren. Natürlich pflanzte ich den Winzling ein. Jetzt hat sich ein kleiner Baum entwickelt.
Die Edelkastanie (Castanea sativa), auch Esskastanie genannt, braucht sauren Boden. Trotzdem wächst sie hier in kalkhaltiger Erde. Regelmäßig im Frühjahr frieren die ersten frischen Blätter ab. Aber schnell treibt sie neu aus. Ich mag den kleinen Baum sehr und hoffe, dass er weiterhin mit unseren Gegebenheiten zurecht kommt.


Oh, jetzt habe ich ungewöhnlich viel geschrieben. Meist reicht dafür die Zeit nicht. Ich hoffe, der Post ist für euch nicht zu lang geraten.Es ist zwar erst Donnerstag, aber ich wünsche euch heute schon ein wunderbares und herbstliches Wochenende!

Kommentare:

Marguerite hat gesagt…

Liebe Anette
Wie sehr liebe ich immer den Rundgang durch Deinen wunderschönen Garten und immer erfahre ich so viel Wissenswertes. Vielen Dank.
Dein Maronenbaum hat bereits eine recht stattliche Grösse erreicht. Ist diese Baumart schnellwachsend?
So giftig Eisenhut auch sein mag, trotzdem wird er in besonderer Weise in der anthroposophischen Naturheilmedizin verwendet. Seit längerer Zeit bekomme ich Aconitum - Oel gegen Muskel- und Nervenschmerzen verschrieben. Möglicherweise wird das Oel aus den Wurzeln gewonnen.
Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende!
Herzlichst
Margrith

Tatjana Sprenger hat gesagt…

Das Kreuzkraut habe ich mir letztens erst bestellt, nachdem ich es in einem Schaugarten gesehen habe. Bin schon gespannt, vorallem ob die Schnecken es wittern ;)
Viele Grüße
Tatjana

kleiner-staudengarten hat gesagt…

Guten Morgen Anette, was blüht es noch so schön in deinen Beeten - soviel Farbe kann ich nicht bieten, ich warte auf die hohen Astern und den zweiten Rosenschub. Deine interessanten Pflanzenporträts lese ich gern und lerne neue Pflanzen wie das gelbe ;-) Kreuzkraut kennen. Vielleicht steh ich ja in absehbarer Zeit auch auf Gelb in den Beeten.
Einen schönen Tag
LG Marita

Regina hat gesagt…

hallo, liebe Anette,
wunderschön herbstlich sieht es in deinem Paradies schon aus! Das Kreuzkraut in dem satten Gelb gefällt mir sehr gut!
Gestern war ich so in meinem kreativen Element, so dass ich total die Zeit vergessen hatte. Musste unbedingt noch vor dem Urlaub fertig werden.

Wünsche uns mal ein trockenes Wochenende und liebe Grüße
Regina

Neststern hat gesagt…

EInen wunderschön bepflanzten Garten hast Du! Die Bilder sind einfach zu schön.
glg Susanne

Karen Heyer hat gesagt…

Liebe Anette,
Dein Miniteich sieht auch zugewachsen zauberhaft aus! Und eine beneidenswerte Blütenpracht hast Du noch im Garten...schniff. Ach, die schönen Ligularien - sind hier eine Schneckenleibspeise, zum Heulen. Und der Eisenhut hat sich verabschiedet, nun mag ich keinen Neuversuch mehr wagen.
Hab ein feines Gärtnerwochenende, Karen

Margeraniums Gartenblog hat gesagt…

Traumhaft schöne Bilder! Die Farben sind einfach toll!!!!
Viele Grüße von
Margit

Janneke hat gesagt…

Beautiful sweet chestnut tree you have! Your garden still shows so much colour for this time of year, lovely.

Gardens at Waters East hat gesagt…

You have some very nice photos of your garden at this time of year. Good combination of colors. I like it lots. Jack

Erica Sta hat gesagt…

Hallo Anette,
durch den netten Kommentar zu meinem letzten Beitrag im Blog wurde ich auf Deine Adresse aufmerksam. Zuerst las ich hier diesen Post und dann weiter... Die Informationen sind wertvoll und mir war es keineswegs zu viel Text. Im Gegenteil! Ich freute mich, dass ich so viel erfahren konnte, wissenswertes aus eigener Anschauung, aus dem eigenen Garten. Die Bilder dazu ergänzen den Post vorzüglich.

Ich komme bestimmt wieder vorbei :)
Mit sonnigen Grüßen, Heidrun

Gudi hat gesagt…

Hallo Anette!
Ich habe schon öfter in deinem Blog gelesen, jetzt will ich mich mal "outen".
Einen wunderschönen Garten hast du. Ganz mein Geschmack.
Zum Thema Aconitum: In meinem Garten gab es immer Kinder. Erst die eigenen und deren Freunde/innen sowie mit den Jahren die nachfolgenden Generationen. Ebenso gab es immer Aconitum.
Auch auf Digitalis, Eiben, Liguster, Engelstrompeten usw. habe ich nie verzichtet.
Vergiftet hat sich niemals eines der Kinder. Ich bin sehr offen mit der Giftigkeit umgegangen und habe dem Nachwuchs direkt gelehrt und gelernt.
Das ist die Wichtigkeit. Weniger abschotten, sondern offensiv aufzeigen: hier wachsen Erbsen, Johannisbeeren, .... da dürft ihr euch bedienen. Da wachsen giftige Pflanzen - nicht anfassen.
Aber, jeder mag das halten wie es sein Gewissen und seine Verantwortung aufzeigt.
VLG Gudi