Dienstag, 21. Juni 2016

Donnerwurz, Hauswurz, Dachwurz




Überall wächst Dachwurz. Ob in Töpfen, Körben oder einfach auf einem Stein.




Dachwurz hat eine lange Tradition im Hausgarten. Genügsam und langlebig liebt er sonnige Plätze und trockene Böden. Auch eine Steinspalte reicht aus um ein paar Wurzen anzusiedeln.




Schon der botanische Name Sempervivum weist auf die widerstandsfähigen Eigenschaften des Dachwurzes hin: semper ist das lateinische Wort für „ewig“,vivum steht für „leben“. 




Im Deutschen gibt es viele Namen für diese Pflanze – Donnerwurz, Hauswurz, Dachwurz sind nur drei davon und sagen ebenfalls viel über sie aus. Die Pflanze muss etwas mit dem Wetter zu tun haben und nah an, in oder sogar auf Häusern zu finden sein. 



Auch der Artname von Sempervivum tectorum (Dach-Hauswurz) weist auf die räumliche Verbundenheit mit menschlichen Behausungen hin, denntectorum kommt vom lateinischen Wort für Dach (tectum). 





Es gibt noch mehr deutsche Namen für Donnerwurz, nämlich Hauslauch, Donnerkraut, Dachlauch, Dachwurzel, Donnerbart und Jupiterbart. 





Ihre Namen verdankt die Pflanze dem Volksglauben früherer Generationen. Früher dachte man, dass Donnerwurz ein Haus vor Blitzeinschlag und Feuer bewahren könne.



Pflanze mit dazugehöriger Blüte


 Dies war kein reiner Aberglaube, sondern hatte durchaus praktische Gründe. Schon 812 bestimmte Karl der Große in seiner Landgüterverordnung „Capitulare de villis“, dass Haus- oder Donnerwurz auf die Dächer der kaiserlichen Höfe und Güter zu pflanzen sei. 

Die Pflanzen sollten Blitze ableiten und somit verhindern, dass die damals üblichen, leicht brennbaren Strohdächer in Flammen aufgingen.




 Nun kann Dachwurz selbstverständlich keinen Blitz davon abhalten, in ein Dach zu fahren. Dennoch steckt in diesen Überlieferungen häufig ein Körnchen Wahrheit und profundes Naturwissen.



 Dachwurz siedelt sich nämlich erst dann auf einem Dach an, wenn das zunächst trockene Material eine gewisse Feuchtigkeit aufweist. Solch ein Dach geht dann tatsächlich nicht so schnell in Flammen auf wie ein trockenes. 




Ein tatsächlicher Aberglaube rankte sich aber um die Blüten: In ländlichen galt eine blühende Dachwurz mit nachfolgendem Vergehen der Pflanze als Vorzeichen für Tod und Unheil. 




Tatsächlich ist es so, dass mit Entstehen der Blüte von Donnerwurz auch das Vergehen vorprogrammiert ist. Ähnlich wie bei etlichen anderen Pflanzen auch. 





Mit der Samenreife hat die Pflanze ihre Aufgabe erfüllt und geht ein. Also ein ganz natürlicher Vorgang und kein böses Omen.



Kommentare:

klabauterkelly hat gesagt…

moin anette,
eine vielfalt von pflanzen, denen ich bisher zuwenig beachtung schenkte.
zauberhafte blüten und danke für die gute erklärung, so ist es in der natur und es ist gut so...
lg kelly

Claudia hat gesagt…

Liebe Anette,
herrlich ist Dein psot über den Hauswurz! Ich habe gerde auch Bilder gemacht für einen nüächsten Post. So langsam gedeihen sie bei mir auch gut und ich finde sie einfach bezaubernd und wunderschön!
Danke für die tollen Beschreibungen und Erläuterungen dazu!
Ich wünsche Dir einen schönen und fröhlichen Tag!
♥ Allerliebste Grüße , Claudia ♥

KostbarkeitsmomenteTierfotografie hat gesagt…

Liebe Anette,
oh wie schön sie sind und in welcher Vielfalt du sie hast einfach klasse.
Ich mag sie sehr, früher hatte ich sie auch in unserem Garten nun gehört er mir nicht mehr..
Aber ich freu mich wenn ich sie bei meiner Freundin sehen kann oder eben so wie jetzt bei
dir!!!
Danke für den schönen Post!
Herzliche Grüße
von Monika*

Lis vom Lindenhof hat gesagt…

Man muss diese Pflanzen einfach mögen und sie sind ja auch echt genügsam. Nur die Sorten auseinander zu halten, das werde ich nie im Leben schaffen. Ich freu mich an der Vielfalt der Farben und Größen, Namen sind mir in dem Fall einerlei!

LG Lis

zabor hat gesagt…

Wieder dazu gelernt. Mit dem Zweck sehe ich sie dann nicht mehr für so langweilig an ;-)

Ingrid S hat gesagt…

Guten Morgen Anette,
Dachwurz ist eine der dankbarsten Pflanzen, die ich kenne. Bei mir wachsen sie auch überall im Garten.
Liebe Grüße von Ingrid

Janneke hat gesagt…

Thank you for the interesting story about these Sempervivums. I have only a few 'Dachwurz' in pots. Actually I should plant our roof with them but there are already solar panels, haha.
Greetings, Janneke

Ursula Szymik hat gesagt…

Liebe Anette,
deine Wurzen-Sammlung gefällt mir sehr gut. Bei mir wachsen sie auch in allen möglichen Gefäßen.
Viele liebe Grüße
Ursula

Margrit hat gesagt…

Meine Güte, hast du viele. Danke für die Erklärungen.
Ich musste leider einige entsorgen, sie sind im Winter eingegangen. Vielleicht standen sie doch zu trocken. Aber die, die noch da sind, blühen zum großen Teil. Und die Blüten finde ich ganz zauberhaft.

Viele Grüße
Margrit

Margeraniums Gartenblog hat gesagt…

Ich liebe Dachwurzen! Sie sind absolut pflegeleicht und wachsen quasi überall!
Man kann auch wunderbar mit ihnen dekorieren!
Viele Grüße von Margit

Marit Helene Gåsland hat gesagt…

Lovely, great midsummer to you.

G. Kaiser hat gesagt…

liebe Anette,
ich mag sie auch sehr und sie werden immer wieder überall eingesetzt.
Ein sehr interessanter Post, jetzt habe ich wieder einiges dazu gelernt.
viele Grüße und sonnige Tage
Gerti

Rumpelkammer hat gesagt…

super Bilder
und eine tolle Erklärung
wunderschön die verschiedenen Arten
ich mag sie auch
liebe Grüße
Rosi

Mariette VandenMunckhof-Vedder hat gesagt…

Liebe Anette,
Heute Abend beim Radfahren wo wir bei Freunde kurz auf die Gartenbank saßen, da haben wir noch einen großen Topf mit Dachwurzen bewundert und noch gesagt es wäre auch etwas für uns. Meiste Pflanzen halten nicht lange im Topf bei unser Klima und die Dachwurzen haben wir ja schon, nicht viel verschiedene aber das können wir ändern.
Liebe Grüße mit Sonne zum Wochenende.
Mariette

Silke R. hat gesagt…

Liebe Anette,
ich mag die Dachwurzen sehr gerne. Ich habe sie überall im Garten verteilt. Teils direkt eingepflanzt, teils in Kübeln und Schalen.
Was du darüber zu berichtten weisst ist echt interessant.
Liebe Grüße
Silke