Death Valley Nationalpark




Unsere Reise neigt sich langsam ihrem Ende zu.
Auf der Rückfahrt legen wir einen Zwischenstopp in Las Vegas ein.

Zu bunt, zu laut, zu schrill.
Was ich dort spüre, ist weniger ein Ort als ein atmosphärischer Zustand. Ich würde ihn so umkreisen:
dauerhafte Übersteuerung ohne Tiefe.
Eine Art helles Rauschen, das nie ganz still ist.

Freundlichkeit ohne Beziehung.
Glanz ohne Wärme.
Bewegung ohne Richtung.
Nicht aggressiv.
Nicht böse.
Eher entkoppelt.
Es fühlt sich an wie: viele Menschen anwesend, aber wenig Ankunft.
Ein Raum, der ständig etwas von mir will: meine Aufmerksamkeit, mein Geld, mein Staunen, aber nie mein Sein.

Vielleicht ist das treffendste Wort: synthetisch belebt.
Nicht tot. Aber auch nicht lebendig im menschlichen Sinn.
Und das Erschöpfende daran ist:
Nichts darf nachklingen. Alles wird sofort überblendet.
Man findet hier Dinge, aber man kommt selten bei sich an.

Zwei Tage später genieße ich die Stille der Wüste.

Der Death Valley Nationalpark hat eine Regennacht hinter sich. Einige Straßen wurden erst kurz zuvor wieder freigegeben. Die Wolken, die noch am Himmel stehen, schenken der Landschaft eine ganz besondere Stimmung.
Mich erstaunen die großen Wasserflächen in den Ebenen.
Wüste hatte in meiner Vorstellung bisher wenig mit Wasser zu tun.

Wir halten oft an, um zu fotografieren und um einfach zu schauen.

Am Nachmittag kommen wir in Bakersfield an.
Noch einmal landestypisch Fastfood essen.
Noch einmal ein weiteres Hotelzimmer beziehen.
Und wieder dieses Gefühl:
Die Reise geht weiter  auch wenn sie sich langsam dem Ende nähert.

Vielleicht ist genau das der Sinn dieser Reise gewesen:
zu erkennen, wo ich staunen kann  und wo ich lieber still bleibe.




As our journey slowly comes to an end, we make a short stop in Las Vegas.
The city feels loud, colorful, and constantly overstimulating — a place full of movement, but without depth or stillness. It asks for attention, money, amazement, but not for presence.
A few days later, the silence of Death Valley feels like a relief. After a night of rain, clouds linger over the desert and unexpected water reflects the light. The landscape feels calm, spacious, and honest.
Between noise and silence, this journey showed me where I can truly arrive — and where I cannot.



Kommentare

Elkes Lebensglück hat gesagt…
Wunderschön ausgedrückt das Gefühl in der riesen lichterfüllte und lärmende Stadt und das Gegenteil in der Wüste... die Fotos zeigen noch dazu was du fühlst!!!! Ich spüre mit dir danke dafür!
Grossartig dein Posting von der Reise euer Abenteuer!
Lieben Gruss Elke

Yamini MacLean hat gesagt…
Hari OM
In a sense, the desert was more full and filled with life than the city! Fantastic description. YAM xx
David M. Gascoigne, hat gesagt…
Las Vegas is an aberration from start to finish. A horror among horrors. When I visited Death Valley I remember that it was a good thing to leave as quickly as possible, too! The heat was truly unbearable and I felt that every drop of moisture was being sucked from my body.
Ananka hat gesagt…
I prefer nature to the city! Great photos though :-D
Margaret D hat gesagt…
Looks amazing and the hills and mountains are rather picturesque.
I believe it gets rather hot there in the right season.
Kelly hat gesagt…
Ein beängstigendes, zugleich faszinierendes Fazit über Las Vegas und die Städte der Zukunft...
Schon aus nächster Nähe die Reise immer wieder zu reflektieren, zeichnet dich aus. Für alle Reisenden als Tipp absolut empfehlenswert!
Herzlichst, Kelly