Heute nehme ich euch mit in meine kleine Töpferwerkstatt. Zwischen Pinseln, Tonresten und Glasurproben ist in den letzten Tagen tierischer Besuch eingezogen. Diesmal war ich im Reich der Weinbergschnecken unterwegs.
Wer einen Garten hat, kennt sie. Man findet sie niedlich, solange sie nicht am Salat knabbern. In meinem kalkhaltigen Boden fühlen sie sich besonders wohl. Jedes Frühjahr sammle ich sie ein und bringe sie auf ein Stück Brachland mit reichlich Brennnesseln. Dort dürfen sie tun, was Schnecken eben tun, nur bitte nicht in meinen Beeten.
Schon lange hatte ich den Wunsch nach Schnecken, die hübsch aussehen und niemals hungrig sind. Also habe ich sie mir einfach selbst gemacht.
Zwei von ihnen stehen noch roh auf meinem Arbeitstisch. Sie müssen geduldig trocknen, bevor sie gebrannt werden. Die kleinen Löcher für ihre vier Fühler fehlen noch. Ja, vier. Lange Zeit dachte ich auch, Weinbergschnecken hätten nur zwei. Tatsächlich tragen die oberen, längeren Fühler die Augen, während die unteren kürzeren zum Tasten und Schmecken dienen. Wieder etwas gelernt in meiner eigenen Werkstatt.
Fotorealismus ist nicht mein Ziel. Deshalb tragen meine Schnecken kein klassisches Spiralenhaus. Stattdessen bekamen sie ein Kleid aus vielen kleinen Blättern. Fast so, als hätten sie sich ihr Haus im Garten selbst gesammelt. Zwei Schnecken haben den Glasurbrand bereits hinter sich. Ihre Fühler sitzen, das Blattkleid glänzt in warmen, erdigen Tönen.
Nun warten sie auf den Sommer. Dann dürfen sie in den Garten ziehen. Und ich bin mir sicher, sie werden dort friedlich zwischen Stauden und Gräsern sitzen. Ganz ohne Appetit auf meine Pflanzen.
Snails that never eat lettuce
In my pottery workshop I recently created ceramic vineyard snails. Inspired by the real snails in my garden, I shaped playful versions with leaf-covered shells instead of realistic spirals. Two are already glazed and finished, two are still drying. In summer they will move into the garden— decorative, charming and absolutely harmless.




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