Sonne im Nebel, Ruhe im Kopf.
Heute Morgen unternahm ich einen kleinen Spaziergang an der Werra entlang. Ich startete direkt von zu Hause. Der Fluss ist nur wenige Minuten entfernt, und ich gehe oft dorthin, weil er mir genau das gibt, was ich am meisten brauche: Ruhe und positive Gedanken. Die Sonne war gerade aufgegangen, es war kalt, und der Nebel hatte sich breitgemacht, als hätte er das Flusstal für sich reserviert.
Eigentlich ist so ein Wetter perfekt, um im Warmen zu bleiben und sehr überzeugend zu erklären, warum Bewegung heute wirklich nicht nötig ist. Nur leider wusste mein Körper etwas anderes. Ich brauchte Luft, ich brauchte Schritte, und ich brauchte dieses leise Gefühl, dass man sich selbst doch noch zu etwas überreden kann.
Am Ufer war die Welt gedämpft wie mit Watte ausgekleidet. Geräusche wurden klein, Farben zurückhaltend. Die Sonne stand als blasser Ball am Himmel und tat so, als wäre sie schon wach, obwohl sie offensichtlich noch im Aufwärmprogramm war.
Ein Stück weiter lagen Boote am Rand, völlig vergessen. Sie wirkten, als würden sie auf eine andere Jahreszeit warten. Auf Menschen. Auf Wärme. Auf irgendetwas, das sie wieder in Bewegung setzt.
Am Wasser selbst wurde es stiller. Schilf, Baumlinien, flache Spiegelungen. Und dieses Licht, das sich langsam durch die Zweige schiebt und dabei so tut, als wäre es ganz selbstverständlich, jeden Morgen wieder neu zu beginnen.
Es gibt Morgen, die nichts Spektakuläres liefern und genau deshalb so gut sind. Nur Gehen. Atmen. Schauen. Und merken, wie der Kopf klarer wird, während die Füße ihren Rhythmus finden.
Ein Zaun verschwand im Nebel. Pfosten für Pfosten, als hätte jemand die Sichtweite absichtlich heruntergeregelt. Fast wie ein Hinweis: Du musst heute nicht weit vorausdenken. Ein paar Schritte reichen.
Sichtweite reduziert, Gedanken auch.
Und dann saß da noch eine Gestalt im Dunst. Ein Graureiher, still als wäre er Teil eines alten Gemäldes. Er wirkte so ernst, dass ich automatisch stehen blieb. Man möchte ja nicht unhöflich sein.
Nebelwächter am Wasser
Als ich wieder nach zu Hause kam, war es immer noch kalt. Der Nebel war sicher auch noch da. Aber innerlich fühlte ich etwas anderes. So als hätte jemand ein Fenster geöffnet. Und genau dafür liebe ich diese kleinen Runden. Sie sind keine Weltreise, aber sie bringen einen zurück.
Habt ihr auch solche Morgen, an denen euch ein kurzer Spaziergang mehr schenkt als ein ganzer freier Tag? Was ist euer Lieblingsort, wenn ihr Ruhe braucht?
This morning I took a small walk along the Werra. I started right from home. The river is only a few minutes away, and I often go there because it gives me what I need most: quiet and good thoughts.
The sun had just risen, it was cold, and the fog lay over everything like a soft blanket. Sounds felt muted, colors turned gentle, and even the boats by the bank looked as if they were waiting for a warmer season. A grey heron sat perfectly still in the mist, as if it belonged to the landscape.
I was out for about an hour. Nothing spectacular happened. And that was exactly the point. Just walking, breathing, looking. When I came home, the weather was still cold, but inside everything felt a little lighter.









Kommentare
Danke für diesen tollen Naturspaziergang!
Lieben Gruss Elke