Ein Besuch im Tropengewächshaus Witzenhausen.
Hier geht es nicht um ein paar dekorative Palmen. Hier wächst Weltgeschichte. Weltwirtschaft. Weltzukunft.
Schon in der Eingangshalle blieb ich stehen. Über mir schwebten unzählige Kalebassen in allen Formen und Größen. Wie ein exotischer Kronleuchter aus Naturmaterialien begrüßten sie mich und machten sofort klar: Hier geht es nicht nur um Pflanzen, hier geht es um die Verbindung von Tropen, Kultur und Landwirtschaft.
Keine Zierpflanze findet im Gewächshaus Unterschlupf. Alles kann man entweder essen oder trinken, zu Textilien oder anderen Produkten verarbeiten.
Aufgeteilt ist das Tropische Gewächshaus für Nutzpflanzen in verschiedene Klimazonen. Man findet Abteilungen für Feldfrüchte, das Kaffeehaus, Kakaohaus, Palmenhaus und Orangerie.
Es werden je nach Jahreszeit etwa 350 – 400 Pflanzenarten unter Glas gezeigt.
Weil ich nicht über 300 verschiedene Pflanzen fotgrafieren kann zeige ich euch eine kleine Auswahl.
Im Tropengewächshaus des Deutschen Instituts für tropische und subtropische Landwirtschaft in Witzenhausen gedeihen Pflanzen, die für Millionen Menschen Lebensgrundlage sind. Kakao, Kaffee, Bananen, Zuckerrohr, Vanille, Agaven. All das, was für uns selbstverständlich im Supermarktregal liegt, beginnt hier als Pflanze mit sehr speziellen Ansprüchen.
Mich haben besonders die Kakaopflanzen überrascht. Die Früchte wachsen direkt am Stamm, fast wie angeheftet.
Baumtomaten entdeckte ich ebenfalls, allerdings Bäume in einer Größe, die ich so noch nicht kannte. Auf Madeira hatte ich sie viel kleiner gesehen. Hier wirkten sie beinahe monumental.
Ganz neu für mich war die Stachelannone. Ihre Frucht wächst direkt am Stamm, bizarr und faszinierend zugleich. Wieder einmal wurde mir bewusst, wie wenig wir eigentlich über die Herkunft vieler Früchte wissen.
Besonders spannend fand ich die unterschiedlichen Klimazonen innerhalb der Gewächshäuser. In den Hallen mit Vanille, Agaven und Zuckerrohr herrschten etwa 15 Grad, fast kühl. Ein paar Schritte weiter, bei Bananen und anderen Tropenpflanzen, schlug einem sofort warme, feuchte Luft entgegen. Ein Wechsel wie zwischen zwei Kontinenten.
Es war still. Wir waren die einzigen Besucher. Ich blieb lange. Sehr lange. Die riesige Pflanzenvielfalt wollte erst einmal aufgenommen werden.
Mir wurde klar, dass dieses Gewächshaus weit mehr ist als eine Sammlung exotischer Pflanzen. Es ist ein Ort des Lernens, Forschens und Verstehens. Wie wichtig tropische und subtropische Landwirtschaft für Ernährungssicherheit, Klimaanpassung und nachhaltige Entwicklung ist, wird hier ganz konkret sichtbar.
Die Geschichte des Instituts selbst wäre noch einmal ein eigenes Thema wert. Beim Rundgang durch das Tropengewächshaus wurde mir bewusst, dass hinter diesen Pflanzen auch eine lange Geschichte steht. Das heutige Deutsche Institut für tropische und subtropische Landwirtschaft in Witzenhausen ging aus der ehemaligen Deutschen Kolonialschule hervor.
Wie aus einer Ausbildungsstätte für Kolonialbeamte ein modernes Institut für nachhaltige Landwirtschaft und internationale Zusammenarbeit wurde, ist ein spannender Weg durch deutsche Geschichte.
Vielleicht erzähle ich darüber demnächst mehr.
Vielleicht komme ich darauf zurück.
Between Cocoa and Coffee – A Visit to the Tropical Greenhouse in Witzenhausen
The tropical greenhouse in Witzenhausen is far more than an exotic plant collection. Here grow crops that shape global agriculture: cocoa, coffee, bananas, sugarcane and more.
I was especially fascinated by cocoa pods growing directly from the trunk, tiny coffee seedlings still wearing their “coffee beans,” and the unusual soursop fruit.
Walking through different climate zones – from cooler halls to humid tropical warmth – felt like travelling between continents. In the quiet atmosphere, with no other visitors around, I took my time to absorb the incredible diversity of plants that sustain our world.



















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