Zwei Tage mit der Wandersparte des HSV Hedemünden in
Eisenach
Letztes Wochenende war es wieder so weit. Ein Wanderwochenende mit dem HSV Hedemünden stand an.
Am Samstag trafen wir uns früh am Morgen und fuhren in
Fahrgemeinschaft nach Eisenach. Schon in Wanderkleidung starteten
wir direkt los. Das Hotel, ideal gelegen, konnte warten. Wir wollten laufen.
Aber vielleicht sollte ich erst einmal über das Wetter
sprechen. Es war perfekt. Tiefblauer Himmel, Sonne satt aber angenehme
Temperaturen. Besser geht es kaum.
Zunächst wanderten wir auf einem bequemen Waldweg. Nicht sehr lange.
Unser Guide Catha, genauso perfekt wie das Wetter,
packte schon an der ersten Parkbank ein Frühstück für alle aus. Das heißt, für 18 wanderbegeisterte Menschen gab es alles, was das Herz begehrt. Regional eingekauft, frisch, gesund und einfach lecker. Ein perfekter Start.
Gestärkt ging es weiter durch die frühlingsgrüne Landschaft in Richtung Wartburg.
Unterhalb der Burg erreichen wir die Eselei. Heute erinnern hölzerne Eselsskulpturen an die Tiere, die früher unermüdlich Vorräte, Wasser und Material den Burgberg hinauftrugen. Der Sage nach half ein treuer Eseltreiber im Jahr 1270 der Thüringer Landgräfin Margaretha bei der Flucht von der Wartburg. Ich musste dabei schmunzeln, denn ich erinnere mich noch gut, wie ich als Kind selbst einmal auf einem Esel zur Burg hinaufgetragen wurde.
Unser Weg führt weiter unterhalb der Wartburg entlang.
Immer wieder tauchen die Mauern zwischen den Bäumen auf. und wir konnten bis zum Burschenschaftsdenkmal sehen.
Nach etlichen Kilometern geht es an der Sängerwiese vorbei. Das dazugehörige Gasthaus ist noch geschlossen. So früh am Vormittag werden noch keine Gäste erwartet.
Dabei hat dieser Ort Geschichte: Im August 1847 trafen sich hier beim Thüringer Sängerfest 28 Männerchöre mit mehr als 1.200 Sängern zu einem großen Sängerwettstreit mitten im Wald.
Ich bin inzwischen gespannt auf die Drachenschlucht. All zu
weit kann es nicht mehr sein.
Am Ochsenweiher machen wir noch einmal Halt. Der kleine Weiher liegt ruhig da, vollständig überzogen von einem grünlichen Film. Gleich dahinter sehen wir das Drachenschlucht-Portal zur Drachenschlucht. Natürlich werden hier erst einmal Fotos gemacht. Gruppenbilder und Selfies gehören einfach dazu.
Dann betreten wir die Schlucht.
Zunächst wirkt der Weg noch offen, doch schon nach wenigen
Metern verengt er sich. Der kleine Marienbach begleitet uns, zunächst neben dem
Weg, leise gluckernd.
Und dann beginnt sie wirklich, die Felsschlucht. Die Felsen wachsen links und rechts steil nach oben. Der Weg wird immer schmaler, stellenweise so eng, dass nur eine Person hindurchpasst. Es wird kühler, feuchter. Eine ganz eigene Welt.
Jetzt verstehe ich auch, warum Moose und Farne hier so üppig wachsen. Kühl und feucht, das sind ideale Bedingungen. Die Felsen sind überzogen von dichtem Grün, fast wie Drachenhaut.
Der Bach verschwindet nun unter unseren Füßen. Wir hören ihn, sehen ihn aber nicht mehr. Das Wasser fließt unter uns durch, verborgen unter einem Gitterrost.
Millionen glitzernde Wassertröpfchen an bemoosten Felsen, die nur wenig mehr als mannsbreit auseinander stehen. Die Drachenschlucht ist eines der spannendsten Geodenkmäler Thüringens. Über Jahrmillionen hat sich das Wasser des Baches fast zehn Meter tief in die roten Felsen unterhalb der Wartburg gegraben.
Der Weg führt immer weiter und mündet schließlich auf den Rennsteig an der Hohen Sonne.
Nach einer längeren Pause geht es in der Landgrafenschlucht weiter.
Der Wandersteig durch die Landgrafenschlucht ist stellenweise schmal, aber gut zu wandern. Es ist eine wildromantische Klammwanderung, die aber nicht ganz so spektakulär ist, wie die Drachenschlucht-Wanderung. Weiter geht es durch die sonnendurchflutete Landschaft in Richtung Wartburg.
Wir nehmen uns genügend Zeit um uns das weitläufige Burggelände anzusehen. Hier ist jeder Stein Geschichte.
Dieses Herzstück deutscher Geschichte begann mit Graf Ludwig von Schauenburg, eher bekannt als „Ludwig der Springer“, ein Thüringer Graf aus dem fränkischen Geschlecht der Ludowinger.
Er soll laut einer Sage auf einem Jagdausflug den Berg, auf dem heute die Wartburg steht, entdeckt haben und mit dem legendären Ausruf „Wacht Berg, du sollst mir eine Burg tragen“ beschlossen haben, hier eine Grenzfeste zu errichten.
Im Laufe der Zeit entwickelte sich aus der Grenzfeste eine
bedeutende Residenz.
Bekanntester Bewohner der Wartburg war jedoch kein Adeliger. Als Junker Jörg wurde hier Martin Luther im Jahre 1521 vor der Verfolgung durch den Kaiser versteckt, der ihn mit der Reichsacht belegt hatte, nachdem er seine Thesen nicht widerrufen wollte. Er verbrachte gut ein Jahr auf der Burg.In dieser Zeit übersetzte er das Neue Testament ins Deutsche.
Heute ist die Wartburg ein beliebtes Ziel für Besucher aus aller Welt.
Wir haben uns nur die Burghöfe angeschaut. Aber ein Besuch der Innenräume steht schon auf meiner Liste.
Am Ende geht es noch einmal den Berg hinab und auf der anderen Seite
wieder hinauf. Nach rund 18 Kilometern erreichen wir schließlich unser Hotel.
Den restlichen Nachmittag sitzen wir gemütlich auf der
Hotelterrasse und planen die Wanderung für den nächsten Tag.
Keine lange Strecke, kein großes Ziel.
Wir wanderten zum Burschenschaftsdenkmal, genossen noch einmal die Aussicht über Eisenach und ließen uns danach einfach durch die Stadt treiben. Ein bisschen schauen, ein bisschen bummeln, ohne Eile.
Am frühen Nachmittag machten wir uns wieder auf den Heimweg.
A weekend hiking trip brought us to Eisenach, where we explored the Wartburg and the famous Drachenschlucht.
The weather was perfect, and after a shared breakfast in the forest, we made our way uphill towards the Wartburg, enjoying wide views over the town. Along the way, we passed historical places like the Eselei and the Sängerwiese.
The highlight of the day was the Drachenschlucht, a narrow gorge with steep rock walls, moss-covered surfaces, and a small stream flowing beneath the path. It felt like entering a completely different world.
After reaching the Rennsteig, we continued through the Landgrafenschlucht and eventually returned to the Wartburg, a place rich in history, closely connected to Martin Luther.
After about 18 kilometres, we arrived at our hotel, tired but happy, ending the day with good conversations and plans for the next hike.





























Kommentare
Herzlichst
yase