Im Garten passiert gerade alles gleichzeitig.
Zu viel, um es festzuhalten, zu schön, um es zu übersehen.
Ich habe nicht viel Zeit. Zu viele Arbeiten warten, dazu noch eine Baustelle. Was dort entsteht, zeige ich euch später. Heute bleibt nur ein kurzer Blick ins Beet.
Und dann war da dieses Blau
Die Hasenglöckchen stehen in voller Blüte.
Wie ein kleiner Teppich leuchten sie im Garten, leicht, fast schwebend. Ihre zarten Glöckchen wiegen sich im Wind, als würden sie ein Geheimnis flüstern.
Ich muss dabei an früher denken.
Als Kind war ich überzeugt, dass unter diesen Blüten ein Fest stattfindet. Wenn man nur still genug ist, könnte man die Hasen hören. Ich habe damals wirklich lange gewartet.
Und ein kleines bisschen glaube ich das noch immer.
Dieses Blau ist nicht allein.
Ein ganzes Beet hat sich entschieden, Farbe zu bekennen. Gelb und Blau, ein Kontrast, der besser funktioniert, als man denkt.
Die Goldwolfsmilch bringt das warme Gelb.
Vergissmeinnicht, Traubenhyazinthen und die Hasenglöckchen setzen ihr Blau dagegen.
Zusammen wirkt es wie ein Gespräch zwischen Licht und Ruhe.
Und dann, ganz plötzlich, ist da etwas ganz anderes.
Heute habe ich dreimal kleine Vogelküken auf der Terrasse gefunden.
Winzig, federleicht, kaum mehr als ein Hauch.
Unter dem Dach nisten jedes Jahr die Spatzen. Und jedes Jahr beginnt auch das, was man nicht so gern sieht. Elstern und Wanderfalken sind unterwegs. Ich habe es schon oft beobachtet. Nester werden geplündert, Leben endet, bevor es richtig begonnen hat.
Es ist Natur.
Und doch fällt es schwer, das einfach so hinzunehmen.
Ich weiß, dass auch die kleinen Falken gefüttert werden müssen.
Und ich weiß, wie fürsorglich Elstern ihre Jungen großziehen. Ich habe sie oft genug dabei beobachtet.
Und trotzdem.
Wenn man diese kleinen Körper in der Hand hält, wird alles für einen Moment still.
Der Garten ist nicht nur schön.
Er ist echt.
Vielleicht gehört genau das zusammen.
Dieses leuchtende Blau, das uns verzaubert.
Und diese Momente, die uns daran erinnern, dass alles vergänglich ist.
Ich gehe weiter durch den Garten.
Die Hasenglöckchen tanzen noch immer im Wind.
Und ich bleibe einen Moment stehen.
Right now, everything in the garden seems to happen at once.
The bluebells are in full bloom, forming a soft, glowing carpet. Their delicate bells move gently in the wind, and for a moment, it feels almost magical. As a child, I believed that rabbits might be celebrating beneath them if only I stayed quiet long enough.
The garden is full of colour. Yellow from euphorbia meets the blue of forget-me-nots, grape hyacinths and bluebells.
But not everything is light.
Today I found tiny bird chicks on the terrace. Fragile, weightless, gone too soon. Under the roof, sparrows nest every year, and every year predators like magpies and falcons are part of this cycle.
It is nature.
And still, it is not easy to see.
The garden is beautiful.
But it is also real.









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