Zwischen Bachläufen und blühenden Wiesen


  

Schon seit einigen Tagen hatte ich mich auf diese Wanderung gefreut. Nicht wegen sportlicher Höchstleistungen oder spektakulärer Gipfel. Diesmal lockte eher ein romantisches Ziel mitten im Wald: der Ingelheim-Teich.

Diese Woche war es soweit und ich wanderte mit Freunden in Richtung Ingelheim-Teich.

Wir wollten auf unserer Tour mehrere Bäche überqueren. 

Als wir am Morgen starteten, war es bereits angenehm warm. Zum Glück führte ein großer Teil des Weges durch den Wald. Zwischen den frischen Frühlingsblättern lag noch diese kühle Morgenluft, die Wanderungen im Mai so angenehm macht.

Und lange dauerte es nicht, bis wir den ersten Bach erreichten.

Der Rotbach gluckerte friedlich vor sich hin, während wir vorsichtig eine etwas abenteuerlich wirkende Brücke überquerten. Ich mag solche Wege. Ein bisschen schief, ein wenig matschig und manchmal mit leichtem Nervenkitzel verbunden.

Am feuchten Ufer zwischen bemoosten Steinen entdeckte ich Wald-Sauerklee. Dieses zarte Grün sieht immer ein bisschen aus, als hätte jemand kleine Schmetterlinge zwischen die Steine gesetzt. Am liebsten hätte ich sofort nach vierblättrigen Kleeblättern gesucht. Aber wir waren gerade erst losgelaufen und wollten ja noch ein paar Kilometer schaffen.

Kurz darauf wartete schon die nächste Bachüberquerung. Diesmal der Schwarzbach.

Und diesmal ganz ohne Brücke.

Zum Glück hatten wir galante Männer dabei, die hilfreich Hände reichten und dafür sorgten, dass niemand unfreiwillig ein Fußbad nehmen musste. 

 Könnt ihr sehen, wie klar das Bachwasser ist?

 Nach einigen Kilometern gönnten wir uns eine kleine Pause auf einer urigen alten Bank am Wegesrand. Solche Bänke wirken oft, als würden sie schon seit Jahrzehnten dort stehen und geduldig Wanderer kommen und gehen sehen.

 Neben uns im Gras blüht die Große Sternmiere. Die zarte Pflanze ist dort überall anzutreffen.

 Langsam wurde es wärmer.

Wir verließen den schützenden Wald und liefen nun durch offene Felder. Der Raps war fast verblüht, doch ein wenig Gelb leuchtete noch zwischen dem jungen Grün. Natürlich blieb trotzdem wieder jemand für ein Foto stehen. Vermutlich war ich das.

 


Vorbei geht es an der Bullenwiese. Die Wiese wurde in früheren Jahren von dem Bauern genutzt, der den Dorfbullen, der für den Nachwuchs im Kuhstall zuständig war, versorgte. Manchmal erzählen selbst einfache Wiesen kleine Geschichten aus längst vergangenen Zeiten.

Und dann erreichen wir den Ingelheim-Teich.

 

Mitten im Wald liegt er romantisch zwischen den Bäumen. Das Wasser spiegelte das frische Grün und sofort wurde klar: Hier bleiben wir erst einmal.

Gegen Mittag wurde die Wärme immer drückender und der schattige Rastplatz am Wasser kam genau zur richtigen Zeit. Wir saßen dort, schauten auf den Teich hinaus und keiner hatte es besonders eilig weiterzugehen. 

Seht ihr uns ganz hinten im Bild sitzen? 

 

 Wir lassen uns Zeit und träumen am Wasser vor uns hin. Keiner mag so recht aufbrechen. 

Irgendwann standen wir dann doch wieder auf.

Ein Gedenkstein erinnerte an 150 Jahre Forstgenossenschaft Lutterberg, bevor unser Weg weiter in Richtung Nienhagen führte. 

Das kleine Dorf liegt wunderschön zwischen Wiesen, Feldern und Wäldern des Kaufunger Waldes.

Besonders gefielen mir die alten Bauernhöfe. Vor einem Fachwerkhaus entdeckte ich ein altes Mühlrad. Natürlich fragte ich mich sofort, ob es früher tatsächlich noch in Betrieb gewesen war. Solche Dinge regen sofort die Fantasie an.



Rund um die Höfe blühten die Wiesen in kräftigem Pink. Verantwortlich dafür war die Kuckuck-Lichtnelke, deren Name früher mit dem Ruf des Kuckucks im Mai verbunden wurde.

 Zu einem ordentlichen Bauernhof gehören auch Tiere. Hier leben die Rinder in Mutterkuhhaltung zusammen. Ein schönes Bild mit Kühen, Kälbern und einem aufmerksamen Bullen.

 

Hier hat die Bezeichnung Hochsitz ihre Berechtigung. 

 

Der Rückweg führte schließlich meist am Waldrand entlang zurück zu unserem Ausgangspunkt. Die Sonne stand inzwischen hoch am Himmel, die Beine wurden nach 15 Kilometern langsam schwerer und trotzdem war da wieder dieses angenehme Gefühl, einen ganzen Tag draußen verbracht zu haben. 

Das leise Glück eines warmen Frühlingstags zwischen klaren Bächen, stillen Waldwegen und Menschen, mit denen man auch einfach einmal schweigend auf einen Teich schauen kann.

 

 

A recent hike with friends led us through forests, across small streams and finally to the peaceful Ingelheim pond hidden in the woods.

The day started pleasantly cool beneath fresh green trees, but later turned warm and sunny as we crossed open fields and blooming meadows. Along the way we carefully crossed streams, discovered woodland plants like wood sorrel and greater stitchwort, and enjoyed quiet breaks on old wooden benches.

One of the highlights was the romantic Ingelheim pond surrounded by trees and reflected spring colours. It became the perfect place to rest, slow down and simply enjoy the moment.

Later we passed the small village of Nienhagen with its old farmhouses, flower-filled meadows and grazing cattle before returning along the forest edge.

It was one of those simple spring days that leave behind a feeling of calm happiness. 




Kommentare

J.P. Alexander hat gesagt…
Lindo bosque. Te mando un beso.
Hena Tayeb hat gesagt…
Looks like you have a wonderful day in nature with friends.