Mein Versprechen an die Drachenweide - Von Drachenschwänzen, Weidenkätzchen und einem erstaunlich zähen Gartenbewohner



Heute möchte ich etwas über meine Drachenweide berichten. Warum gerade jetzt? Die Drachenweide wächst ursprünglich am Wasser und mag saure Böden. Meine Drachenweide steht trocken und wächst im kalkhaltigen Boden. Sie hatte es also bei der Trockenheit in den letzten Wochen besonders schwer und ich habe ihr versprochen, dass ich ihr einen eigenen Post schenke, wenn sie überlebt.

Natürlich halte ich mein Versprechen. 
Der hübsche Busch hat wie alle Pflanzen auch einen lateinischen Namen: Salix udensis 'Sekka'. Salix sachalinensis wird ebenfalls als botanischer Name verwendet.

Im zeitigen Frühjahr sieht man ihre skurrilen Äste besonders gut. Manche Triebe sind flach, verbreitert, verdreht und erinnern tatsächlich ein wenig an Drachenschwänze. Genau diese eigenwilligen Zweige liebe ich im Winter in der Vase.

Botaniker nennen diese ungewöhnliche Wuchsform Verbänderung oder Fasziation. Bei der Sorte 'Sekka' ist sie geradezu ihr Markenzeichen. Vielleicht sollte ich also gar kein schlechtes Gewissen haben, wenn ich meine Drachenweide im Frühjahr kräftig zurückschneide. Ein starker Rückschnitt kann die Bildung dieser bizarren Triebe sogar fördern.

Wenn die Weidenkätzchen im Frühjahr gelb aufblühen, summt es zwischen den Ästen.

Im Frühjahr verwandle ich den großen, ausladenden Strauch mit der Schere in ein ziemlich übersichtliches Gehölz. Für einen kurzen Moment könnte man glauben, ich hätte es übertrieben. Doch kaum erscheinen die Blätter, verschwinden die Schnittstellen. Neue Triebe wachsen in alle Richtungen und wenige Monate später steht sie wieder da, als hätte ich sie niemals angerührt.

Und in diesem Sommer kam noch die Trockenheit dazu. Ausgerechnet eine Weide, die eigentlich frische bis feuchte Böden bevorzugt, steht bei mir trocken und dazu noch auf kalkhaltigem Boden.

Sie hat trotzdem durchgehalten.

Mein Versprechen war also fällig.

Liebe Drachenweide, dieser Beitrag gehört dir.



My Promise to the Dragon Willow

Today I would like to introduce a rather unusual plant in my garden: my dragon willow, Salix udensis 'Sekka'.

Why now? Willows usually prefer fresh to moist soil, while mine grows in a rather dry spot with calcareous soil. During the recent hot and dry weeks, I promised her a blog post if she survived.

She did, so I have to keep my promise.

In early spring, before the leaves appear, her extraordinary branches are particularly easy to see. Some shoots grow flattened, twisted and strangely shaped, almost like little dragon tails. This unusual growth is known as fasciation and is characteristic of 'Sekka'.

Soon the willow catkins appear. When they flower, the branches are alive with insects enjoying this valuable early source of food.

Every spring I cut the large shrub back quite hard. For a short while it looks as if I may have overdone it. But new shoots soon appear, the leaves hide the cuts and only a few months later the willow is large and impressive again.

This summer she also had to cope with drought and intense sunshine.

She survived.

So my promise was due.

Dear dragon willow, this post belongs to you.










Kommentare

Bill hat gesagt…
The Dragon Willow is surely happy with all the care you give it. It will thrive once again.
Linda's Relaxing Lair hat gesagt…
How lovely! You are so talented at taking care of these things!
Lowcarb team member hat gesagt…
A lovely post and I'm sure it will thrive again.

All the best Jan
yase hat gesagt…
Ich bin wirklich überrascht, dass deine Weide sooo zäh ist! Gratuliere, diesen Post hat sie sich redlich verdient.
Herzlichst
Yase
Caroline hat gesagt…
Thank you for visiting my blog. Nice post. I follow you now. Have a nice weekend ! Greets Caroline
Yamini MacLean hat gesagt…
Hari OM
She's gorgeous! YAM xx
David M. Gascoigne, hat gesagt…
The Dragon Willow deserves all the attention you are paying it, Anette. After all it has no choice but to struggle to survive in less than favourable conditions. We humans could take a lesson from durable plants. Make the best of things and get on with life! Best wishes from David near the north shore of Lake ONTARIO!
Elkes Lebensglück hat gesagt…
Wunderschön wie die Weide aussieht trotz der Hitze hat sie überstanden und was für eine Form das ist so verzwirbelt annimmt habe ich noch nie so gesehen , toll! und die Weidenkätzchen so schön mit einen Besucher ! Schöne Fotos zeigst du und stimmt sie hat das Posting rätlich verdient.
Lieben Gruss Elke
Literaturgarten hat gesagt…
Hallo Anette, sie sieht wunderbar füllig aus. Ich kannte diese Weidenart noch gar nicht. Eine schöne Info für mich. Herzlich Angela
Bienenelfe Kerstin hat gesagt…
Was für eine Hommage an die Drachenweide. Herzlichen Dank für die Fotos und die Informationen über diese besondere Weide die ich so eigentlich noch nie gesehen habe. Gut dass sie diesen Trockensommer überstanden hat!

Herzliche Wochenendgrüße
Kerstin und Helga
Éva hat gesagt…
Die Geschichte mit den Weiden kam mir in den Sinn, als wir letzten Winter mühsam das Auto im knietiefen Schnee ausgruben.
Ich sah den Baum daneben, der schon dicke Weidenzweige trug. Wäre der Kontrast nicht so auffällig gewesen, hätte ich es gar nicht bemerkt.
Deine Bilder sind wunderschön, und ich freue mich über die Drachenweide, die durchgehalten und überlebt hat. Éva
magiceye hat gesagt…
Love your connect with nature!
Kelly hat gesagt…
Glückwünsche an Pflanze und Gärtnerin! Schon mal gesehen, doch die Ansprüche an den Standort kannte ich nicht, daher vielleicht so selten.