Jägersteine im Sommer – dieselben Felsen, eine ganz andere Wanderung

 Eine Wanderung von Lichtenhagen zu den Jägersteinen, vorbei an uralten Felsen, Sommerwiesen und Geschichten, die bis heute nachklingen.

Vor einigen Monaten wanderte ich mit Freunden zu den Jägersteinen. Damals leuchteten die Wälder in ihren Herbstfarben und mich begleiteten alte Sagen und Geschichten. Den Bericht über diese Wanderung findet ihr HIER.

Vor einigen Tagen führte mich der Weg erneut zu den Jägersteinen, diesmal gemeinsam mit der Wandergruppe des HSV Hedemünden.

Es ist Hochsommer. Die Landschaft wirkt völlig verändert. Andere Farben, andere Geräusche, andere Wegbegleiter. Werden an diesem freundlichen Sommertag die alten Geschichten wieder lebendig? Ich bin gespannt.

Dieses Mal beginnt die Wanderung nicht in Reinhausen, sondern in Lichtenhagen, also genau aus der gegenüberliegenden Richtung. 


Mitten im Ort steht noch eine große Dorflinde, wie man sie früher in vielen Dörfern sehen konnte. Dort trafen sich die Bewohner, setzten sich unter ihrem schützenden Blätterdach auf eine Bank und hielten ihren Abendplausch. Ob sich die Lichtenhagener noch heute dort begegnen? Es würde gut zu diesem Ort passen.

Unsere Wanderung verläuft zunächst ganz entspannt. Der Weg führt an abgeernteten Getreidefeldern vorbei und die warme Luft duftet nach Sommer.

Der wunderschöne Sommertag lockt uns mit einem blauen Himmel in die Ferne.

Ein verwitterter Wegweiser zeigt uns die Richtung an. 

Es wird langsam wärmer und wir freuen uns, dass es bald durch den Wald geht. 


Die Sonne zaubert helle Lichtspiele in die Bäume. Es lohnt sich, einen Moment stehen zu bleiben und den wandernden Sonnenstrahlen zuzusehen.


An den Wegrändern blüht es üppig und für die Insekten ist der Tisch reich gedeckt.


Und dann sind sie plötzlich da, die Jägersteine. Die Buntsandsteine türmen sich wie seit langer, langer Zeit übereinander und laden mich ein zu einer Zeitreise. Im Herbst wirkten sie geheimnisvoll und beinahe düster. Jetzt stehen sie hell zwischen sattgrünen Bäumen. Und doch erzählen sie dieselben uralten Geschichten.


Dort oben auf dem mächtigen Felsen könnte einst ein Jäger der Steinzeit Ausschau gehalten haben.



Hier geht es hinab in eine schmale Schlucht. Wurden vor Jahrtausenden Tiere hier hineingetrieben, um sie zu erlegen?


In den Nischen zwischen den verwitterten Steinen konnten die Menschen der Steinzeit rasten. Sie hatten es schwer zu überleben. Die Form der Felsen erinnert mich ans Dahner Felsenland in der Pfalz. 


Knorrige Wurzeln und hohe Baumgerippe stehen im Weg und laden zum Klettern ein.



Während ich zwischen den Felsen Fotomotive suche, genießen meine Mitwanderer ihre Ruhepause. Es ist genau dieselbe Stelle wie bei meiner Wanderung im Herbst.


Genug geruht! Hopp, hopp, weiter geht es. Unser nächstes Ziel ist der Hurkutstein. 

Und natürlich klettern wir alle nacheinander die Holzleiter hoch um einen Blick  auf den Rückzugsort des Knechtes Hurkut zu werfen, der hier aus Reue über seine Untat lebte. 
Die Stelle liegt tief im Wald verborgen und ich frage mich, wovon der reuige Einsiedler hier lebte. Wurde er von mitleidigen Menschen aus dem nächsten Dorf versorgt? Lebte er von dem, was ihm der Wald bot? Wurde ihm vergeben, dass er ein Kind aussetzte? Bei solchen Gedanken wünsche ich mir manchmal eine Zeitmaschine. Wie gern würde ich für einen einzigen Tag in jene Zeit reisen.


Vorbei an einem kleinen Waldteich geht es zurück nach Lichtenhagen.

Im Biergarten der gemütlichen Dorfgaststätte Wollenweber lassen wir den Tag ausklingen. Mit einem letzten Hopser lande auch ich wieder im Hier und Jetzt. Und während ich mein Getränk genieße, wird mir klar, dass die Jägersteine in jeder Jahreszeit ihren ganz eigenen Zauber besitzen. Trotzdem bin ich froh, dass ich nicht in vergangenen Zeiten zwischen diesen Felsen leben musste.

Back to the Jägersteine

A few months ago I visited the Jägersteine in autumn. This time I returned in the middle of summer with a hiking group.

The landscape had completely changed. Golden fields, shady forests and colourful wildflowers replaced the autumn colours, but the ancient sandstone rocks were just as impressive as before.

Walking among these remarkable formations, it was easy to imagine Stone Age hunters, old legends and the lonely hermit Hurkut. The mysterious atmosphere of the place still invites visitors to let their imagination wander.

After a relaxing hike we ended the day in the beer garden of the village inn, happy to have spent another wonderful day in nature.



Kommentare

Angie's Recipes hat gesagt…
Ein Tag in der Natur ist ein gut verbrachter Tag!
Crystal Collier hat gesagt…
Such a beautiful hike! I'm reminded of our time in Alaska. I think that's the thing I miss most about living in Florida -- the hiking.
C Stern hat gesagt…
Ich genieße Deine Gedanken über Erkundungen in der Natur, sie vermitteln reichlich Vorstellungskraft.
Es ist schön, wenn Bilder, wie sich dieses oder jenes zugetragen haben könnte, auftauchen. Das gefällt mir an eigenen Entdeckungen auch immer.
Die gezeigten Aufnahmen verblüffen mich. Sehr ähnliche Naturszenarien kenne ich aus einer Wanderung in meiner unmittelbaren Gegend. Dort finden sich im Wald ähnliche Steine und es scheint auch einst ein kleines Boot gestrandet zu sein - zumindest lässt meine Fantasie diese Vorstellung zu.
Wie herrlich, wenn wir unter mächtigen Bäumen Rückzug von der Hitze finden können, kein Sonnenschirm kann so einen wunderbaren Schatten erzeugen. Unter dichtem Laub lässt es sich herrlich plaudern, bevorzugt in den Abendstunden :-)
Ich wünsche Dir einen angenehmen Abend, liebe Grüße, C Stern