Nachdem ich euch zuletzt auf die Insel Siebenbergen mitgenommen habe, gehen wir heute wieder gemeinsam durch meinen eigenen Garten.
Rhododendren wie dort findet man bei mir allerdings nur im Vorgarten. Mein kalkhaltiger Boden und diese Pflanzen werden vermutlich keine engen Freunde. Die früheren Gartenbesitzer haben deshalb im Vorgarten großzügig den Boden ausgetauscht. Dort dürfen die Rhododendren nun wohnen und sich wichtig fühlen.
Aber auch ohne große Rhododendron Sammlungen gibt es Ende Mai genug zu entdecken.
Jetzt Ende Mai kommen jeden Tag neue blühende Pflanzen dazu. Ich zeige euch heute eine kleine Auswahl meiner Lieblingspflanzen.
Unter dem Schutz der alten Thujahecke wächst dort vieles einfach von allein. Manche Pflanzen wurden vermutlich von Vögeln eingeschleppt, andere kamen heimlich aus Nachbars Garten herüber. Und ehrlich gesagt gefällt mir genau das.
Links steht Russel-Brandkraut (Phlomis russeliana). Die gelben Blüten werden sich im Juni öffnen. Davor darf sich die Wiesenmargerite (Leucanthemum vulgare) ganz unbekümmert ausbreiten. Überall dazwischen wachsen verschiedene Glockenblumen. Ordnung gibt es dort nur in groben Ansätzen. Das Whiskeyfass habe ich euch ja schon gezeigt.
Die hohen Rispen links im Bild gehören zur Purpurkönigskerze (Verbascum phoeniceum Violetta). Vor vielen Jahren schenkte mir eine Freundin die handbemalte Rosenkugel davor. Die lila Porzellanmalerei passt bis heute perfekt zu den Blüten. Meine Freundin lebt längst nicht mehr. Geblieben ist diese Kugel, die ich in Ehren halte.
Die leuchtend rosa Pechnelken (Silene viscaria) gehören ebenfalls zu meinen Lieblingen. Wer sie einmal gepflückt hat, versteht sofort ihren Namen. Die klebrigen Stängel verraten schnell, dass sie eigentlich zu den Leimkräutern gehören. Ich säe sie jedes Jahr neu aus und habe so immer einen Vorrat an jungen Pflanzen.
Auch die Akeleiblättrige Wiesenraute (Thalictrum aquilegifoliuman) fühlt sich in meinem naturnahen Garten ausgesprochen wohl. Sie wirkt immer ein bisschen so, als würde sie lieber schweben als wachsen.
Währenddessen verabschieden sich langsam die letzten Frühlingsblüher. In Töpfe und Kübel ziehen nun Geranien und andere Sommerpflanzen ein. Nur die Stiefmütterchen blühen völlig unbeeindruckt weiter. Wegwerfen bringe ich einfach nicht übers Herz. Also stehen sie nun dicht zusammengerückt an einer Stelle und tun so, als wäre genau das schon immer ihr Wunsch gewesen.
Bei den Bauernpfingstrosen (Paeonia officinalis) dagegen gilt eher das Motto: nicht kleckern, sondern klotzen.
Die riesigen Blüten sehen aus, als wollten sie beweisen, dass Zurückhaltung völlig überbewertet wird. Ihren botanischen Namen verdanken sie übrigens der griechischen Mythologie. Der Götterarzt Paian soll mit den Wurzeln dieser Pflanze sogar Hades geheilt haben. Eine Pflanze mit guten Kontakten also.
Überall im Garten erscheinen die Kugeln des Zierlauchs (Allium). Früher freute ich mich über jede einzelne Pflanze. Inzwischen muss ich regelmäßig welche ausgraben, bevor sie den gesamten Garten übernehmen.
Ganz frisch blühen seit zwei Tagen die Bart Iris.
Was die Rhododendren abschreckt, lieben sie geradezu: kalkhaltigen Boden und trockene Plätze. Gießen? Halten sie offenbar für unnötig. Diese Gelassenheit gefällt mir.
Und weil sie gerade so schön sind, bekommen sie natürlich ein Extrabild. Noch zeigen sich nur die weißen und blauen Sorten, aber die anderen Farben stehen schon in den Startlöchern.
Am Miniteich wächst Storchschnabel. Ich mag ihn wirklich gern. Allerdings nur ein bisschen. Denn er besitzt eine gewisse Neigung dazu, sich nicht an meine Vorstellungen zu halten und regelmäßig eigene Wege einzuschlagen.
Die Rosen stehen dagegen schon bereit für ihren großen Auftritt. In wenigen Tagen wird der Garten ein einziges Blütenmeer sein. Eine der ersten ist wie immer Lichtkönigin Lucia.
Wenn alles „geordnet“ durcheinander wächst, so wie hier.
After visiting the flower island of Siebenbergen, today we are walking through my own garden again.
At the end of May, new flowers seem to appear almost every day. Rhododendrons only grow well in the front garden because of my limestone-rich soil, but many other plants are thriving beautifully.
I especially love the wilder corners, where plants arrive on their own, carried by birds or spreading from nearby gardens. Marguerites, bellflowers, mulleins and aquilegia-leaved meadow rue create a relaxed and natural atmosphere.
Peonies, alliums and bearded irises are now taking over the stage, while the last spring flowers slowly retreat. Even the stubborn pansies are still blooming happily.
Some plants behave perfectly. Others clearly have their own plans. But that is exactly what makes a garden feel alive.

















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