Wanderung auf dem Schmetterlings-Steig im Diemeltal mit dem HSV Hedemünden


Zwischen Orchideen, Wacholderheiden und herrlichen Ausblicken führte uns eine Wanderung über einen besonders reizvollen Abschnitt des Schmetterlings Steigs im Diemeltal.



Vor einigen Tagen konnte ich nach längerer Zeit wieder mit dem HSV Hedemünden zu einer Wanderung starten. Eine Rundtour über einen Teil des Diemeltaler Schmetterlings-Steig war geplant.


Der ganze Schmetterlings-Steig ist 152 km lang. Unser Rundweg war mit 13 km ein klein wenig kürzer, aber wir hatten uns ein besonders schönes Teilstück ausgesucht.

Goethe soll gesagt haben: „Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen.“
Heute würde ich den Satz ein wenig verändern:
„Nur wo du zu Fuß warst, hast du auch wirklich geschaut.“

Nach einer Stunde Autofahrt erreichen wir unseren Startpunkt, den Bahnhof in Hümme. Dem Bahnhof sieht man seine historische Vergangenheit an. Schließlich war er 1849 ein bedeutender Umsteigebahnhof.



Vorbei an einem alten Getreidesilo geht es hinaus in die Natur.



Wir laufen ein ganzes Stück an Feldern voller Mais und Getreide entlang. Noch ist es früh am Tag und wir kommen ohne schwitzen voran.



Es geht immer leicht bergauf bis zu einem Segelsport-Gelände. Hier haben wir einen tollen Blick über die Landschaft. Es ist noch ganz still, kein Vogel ist zu hören, kein Wind rauscht durch die hohen Wiesen.

Bald wird es für mich besonders interessant. Wir erreichen einen der 20 Kalkmagerrasen , die man auf dem Schmetterlings-Steig erwandern kann.



Schon von weitem erkennt man die typischen Wacholderbüsche. Diese stickstoffarmen Wiesen kenne ich auch von Hedemünden. Aber bei uns sind die Flächen viel kleiner.


Hier wachsen jede Menge Knabenkräuter. Ich glaube, es ist Breitblättriges Knabenkraut. Aber es gibt noch mehr Schätze aus der Orchideenfamilie zu entdecken.

Vielleicht könnt ihr meine Begeisterung verstehen, als ich einige Bienen-Ragwurz entdecke. Die streng geschützte Orchidee lockt mit ihrer auffälligen Zeichnung Insekten für die Bestäubung an.


Als ich dann auch noch die zarten, himmelblauen Blüten vom Lein entdeckte, war die Wanderung für mich perfekt. Manchmal braucht es gar keine Sehenswürdigkeiten. Ein paar himmelblaue Blüten am Wegesrand reichen völlig aus.


Aber auch meine, vielleicht nicht ganz so pflanzennärrischen, Mitwanderer gefiel die Wanderung richtig gut. Wir liefen weiter am Dingel entlang. Oder heißt es durch den Dingel? Egal, weiter gehts.




Zum Wandern gehören natürlich auch Pausen. Kann es schöneres geben, als eine Rast mitten in einer blühenden Wiese?


Der Wanderweg ist sehr gut ausgeschildert und wir erreichen unser nächstes Ziel: Den Grünenden Pilgerstab. Der Grünende Pilgerstab bezeichnet eine alte Sage. Die Legende ist eng mit der Geschichte der Karolingerzeit verbunden.

Zur Erinnerung an diese Legende hat der Heimatverein Eberschütz einen Gedenkstein aufgestellt. Unser Guide Catha, wie immer bestens vorbereitet, liest uns die alte Legende vor. Da es an der Stelle auch einen schönen Aussichtspunkt gibt, kommen auch die nicht so geschichtsinteressierten auf ihre Kosten.


Nun geht es durch den Wald. Es wird langsam wärmer und wir sind dankbar für den Schatten unter den Bäumen.

Sehr interessant finde ich die Eberschützer Klippen, die wir als nächstes erreichen.
Von den Eberschützer Klippen haben wir eine großartige Aussicht über das Diemeltal. Vor unvorstellbaren 240 Millionen Jahren war die Region von einem flachen Meer bedeckt, in dem sich die Überreste von Muscheln und Meerestieren ablagerten.



Die Aussicht dort ist wunderschön und wir gehen weiter. Einatmen, ausatmen, langsam gehen, genießen.


Seht ihr, wie nah Tod und Leben zusammen gehören? Der alte Baum ist noch nicht ganz verrottet und doch sprießt schon wieder neues Leben.


Passend zu diesen Gedanken finden wir eine Wiese für Babys. Auch hier weiß Catha vom HSV Hedemünden etwas zu erklären. Für jedes Neugeborene wird dort ein Baum gepflanzt. Eine sehr schöne Idee.


Vorbei an einer idyllischen Ziegenherde kommen wir nach Eberschütz.


Dort sehen wir uns hauptsächlich die alte Dorfkirche an. Sie ist im Inneren sehr schlicht gehalten.


In dieser mittelalterlichen Chorturmkirche fällt da ein handgefertigter, bunter, textiler Wandbehang zum Thema „Arche Noah“ angenehm auf. Wahrscheinlich ist er beim Kindergottesdienst entstanden.




Hier in Eberschütz überqueren wir die Diemel. Es wird immer wärmer und ich hätte gern ein Bad genommen. Das Flüsschen sieht sehr sauber und verlockend aus.


Aber unsere Wanderung nähert sich dem Ende zu.


Noch eine letzte Rast im Schatten. Dann sind es nur noch wenige Kilometer bis Sielen und schließlich schließt sich unsere Rundwanderung wieder in Hümme.

Dieser Rundweg, ja der ganze Schmetterlings-Steig wird als Geheimtipp für Naturliebhaber angepriesen. Ich finde, zu Recht. Weit ab von Tourismusströmen und hektischem Alltag erwanderten wir ein wunderschönes Stück Landschaft fast vor unserer Haustür.

Vielleicht sind es genau solche Wege, die einem am längsten in Erinnerung bleiben. Keine großen Attraktionen, keine Menschenmassen, sondern einfach Zeit zum Schauen, Staunen und Durchatmen.


Walking the Butterfly Trail in the Diemel Valley

After some time, I finally joined another hiking tour with our local hiking group.

This time we explored a beautiful 13-kilometre section of the Butterfly Trail in the Diemel Valley. Although the complete trail is 152 kilometres long, this circular walk included many of its highlights.

We passed fields, quiet forests, limestone grasslands and impressive viewpoints overlooking the Diemel Valley. Along the way we discovered rare orchids, including the fascinating Bee Orchid, as well as blue flax flowers, juniper heath and many colourful wildflowers.

The route also led us to the Green Pilgrim's Staff memorial, the Eberschütz cliffs and the charming village of Eberschütz with its historic church and peaceful river.

One moment especially stayed with me: seeing new life growing from an old tree trunk reminded me how closely life and death belong together in nature.

Far away from busy tourist destinations, this hike offered exactly what I enjoy most: beautiful landscapes, fascinating plants and enough time to stop, look and simply enjoy the moment.




 








Kommentare

Angie's Recipes hat gesagt…
Das würde mir auch richtig Spaß machen. Wie viele Stunden hat die Wanderung gedauert?
Neuer Gartentraum hat gesagt…
Reine Gehzeit hatten wir 3 Stunden. Natürlich machten wir unterwegs die eine oder andere Pause.