Forgotten Creatures. Ein Nachmittag unter Greifen und Lindwürmern


Eigentlich wollten wir nur Kaffee trinken und ein Eis essen. Stattdessen begegneten wir Greifen, Lindwürmern, Moosweibchen und anderen fast vergessenen Kreaturen.

Eigentlich wollten wir nur einen gemütlichen Nachmittag in der Stadt verbringen. Kaffee trinken, ein Eis essen, ein wenig bummeln. So jedenfalls war der Plan. Doch dann starrten mich mitten in Hann. Münden plötzlich Einhörner, Greife und andere sagenhafte Wesen an. Riesig, beeindruckend und manchmal ziemlich furchteinflößend. 

In Hann. Münden kann man sich noch bis September die Ausstellung "Vergessene Kreaturen" ansehen.

Die Figuren stammen von Florian Schäfer, der sich schon seit seiner Kindheit für Märchen und Sagen begeistert. 2018 rief er das Projekt "Forgotten Creatures" ins Leben.

Über Jahrhunderte prägten Sagengestalten und mythische Kreaturen die Vorstellung der Menschen. Mit der Ausstellung möchte F. Schäfer diesen fast vergessenen Teil unserer Kulturgeschichte zurück ins Bewusstsein holen.

Möchtet ihr mitkommen auf eine Reise in eine sagenhafte Welt? Ich lade euch ein.

Als erstes begegnen wir dem Greif. Oh, er ist sehr viel größer als ich und sieht sehr lebendig aus. 


Neben dem furchteinflößenden Greif werdet ihr gebeten die Kreaturen nicht zu füttern. Schade eigentlich. Ich hatte extra ein paar alte Brotscheiben eingesteckt.

Gleich nebenan stoßen wir auf einen allseits bekannten Gnom. Na, erkennt ihr ihn? "Heute back ich, morgen brau ich, übermorgen hol ich der Königin ihr Kind". 

Er sieht recht verdrießlich aus. Lasst uns lieber weitergehen.



Vorsicht, wir werden von einem großen, schlecht gelaunten Lindwurm angefaucht. Der Bursche gefällt mir. Den könnte ich mir tatsächlich gut in meiner kleinen Werkstatt vorstellen. Vielleicht bekommt er im Winter einen entfernten Verwandten.

Woran erinnern euch die Moosweibchen und ihre Gesellen? Genau, an meine Waldelfen, die ihr HIER findet. Das ganze Diorama mit Wald und Bewohnern gefällt mir gut. Vielleicht halten sich noch immer einige Moosweibchen in unseren Wäldern auf. Nur zeigen sie sich uns nicht mehr. Wir Menschen sind inzwischen einfach viel zu laut geworden.

Aber wir staunen nicht nur über Moosweibchen, sondern auch über andere wundersame Kreaturen.

Jetzt wird es wieder bekannter. Der Zwergenkönig erinnert mich sofort an eine bekannte Figur aus den Hobbit-Geschichten. Findet ihr nicht auch?


Ich sehe da eine gewisse Ähnlichkeit. Aber er ist in die Jahre gekommen. Zwergenkönige haben es in unserer Zeit schwer.

 Jetzt wird es wieder etwas geheimnisvoller.

Wer hätte gedacht, dass der König von Polen einen gefangenen Wassermann wieder frei lässt. Seht ihr, wie groß der blaue Seebischof ist? Sicher gute zwei Meter. Hoffentlich fällt er mir nicht ein, wenn ich im Urlaub im Meer schwimmen gehe.

 Vor lauter Schreck habe ich ganz vergessen, was für grässliche Ungeheuer mich hinterrücks verschlingen wollen. 

Nur mit einem waghalsigen Sprung kann ich mich und euch in Sicherheit bringen.

 

Früher erklärte man sich Naturkatastrophen mit dem Zorn solcher Wesen. Heute kennen wir andere Ursachen. Und trotzdem regt die alte Sage zum Nachdenken an, wie wir mit unserer Natur umgehen. Vielleicht hätte selbst der Rollibock heute allen Grund für seinen Zorn.

Mit vielen Bildern im Kopf und einem kleinen Lächeln verabschiede ich mich von euch. Schön, dass ihr mich begleitet habt.
Und wer weiß ... vielleicht begegnet euch beim nächsten Spaziergang ja doch noch ein Moosweibchen. Man muss nur leise genug sein.

Wenn ihr einer einzigen Gestalt aus den alten Sagen begegnen könntet – welcher wäre das? Dem Greif, einem Moosweibchen, dem Lindwurm oder vielleicht doch einem Zwergenkönig?

Forgotten Creatures in Hann. Münden

What was supposed to be a relaxed afternoon with coffee, ice cream and a stroll through town turned into a surprising encounter with mythical creatures.

In the exhibition Forgotten Creatures in Hann. Münden, artist Florian Schäfer brings legendary beings from European myths and folklore back to life. Giant griffins, dragons, dwarfs, moss maidens and mysterious water creatures remind visitors of a time when people explained the world through stories and legends.

Some creatures made me smile, others looked rather frightening. I especially liked the moss maidens, because they reminded me of my own little woodland elves. Perhaps they are still hiding somewhere deep in our forests. Maybe we have simply become too noisy to notice them.

The exhibition is entertaining, imaginative and, in the end, also a gentle reminder to treat nature with respect.





 









 












Kommentare

Angie's Recipes hat gesagt…
Sie sind alle sehr interessant. Eine solche Ausstellung würde ich auch gerne besuchen!