Ein Weg durch die Oliven

 

Zwischen knorrigen Olivenbäumen, einer verlassenen Kapelle und alten Bienenbeuten wird aus einem kleinen Spaziergang plötzlich eine Entdeckungsreise.

Wir wohnen zur Zeit mitten im Olivenanbaugebiet.  Gleich zwei Serpentinen  abwärts gibt es einen Olivengarten mit Kalamata-Oliven. Die Hänge hier am Taygetos-Gebirge beherbergen tausende Olivenbäume.

Noch sind die Oliven klein und grün, aber die Bäume hängen voller Früchte.

Wenn ich mir die vielen Oliven ansehe, könnte es eine gute Ernte werden. Die Kalamata-Oliven reifen am Baum, bis sie ihre dunkle Farbe erreicht haben. Anders als die Oliven von Memi, die grün geerntet wurden als wir dort wohnten.

Seht ihr die knorrigen Stämme der Bäume? Wie alt sie wohl sind?

Wie so oft hier in den Bergen steht zwischen den Oliven eine kleine Kapelle. Vielleicht gehörte sie einmal zu einem der Höfe in der Umgebung. Heute sieht sie verlassen aus.

Etwas weiter am Weg entdecke ich einige uralte, morsche Bienenbeuten. Ein paar Holzrähmchen  stecken noch in den Beuten. 

Solche Dinge kann ich natürlich nicht einfach übersehen. Schließlich habe ich selbst viele Jahre Bienen gehalten. Wann hier wohl ein Imker gearbeitet hat? 

Auf dem Markt kaufte ich vor ein paar Tagen ein Glas Thymianhonig. Er schmeckt intensiv würzig und etwas herb. Das kräftige Aroma ist typisch für Wildkräuterhonig.

Was die Bienen, die einst hier standen, wohl gesammelt haben? Thymian habe ich jedenfalls in der näheren Umgebung nicht entdeckt.

Mein Weg geht weiter und führt steil bergab Richtung Küste. Die Sicht ist atemberaubend.

 Bei der Vorstellung, wie steil der Rückweg bergauf wäre, kehre ich langsam wieder um. Noch ein Blick auf die kleine Kapelle und dann geht es zurück nach Needas.

Man muss schließlich nicht jeden Berg bis ganz nach unten erkunden.


A Walk Through the Olive Groves

We are staying in the middle of an olive-growing region on the slopes of the Taygetos Mountains. Just a few bends down the road, I find a grove of Kalamata olive trees, their branches already heavy with green fruit.

I follow the road downhill, passing old, gnarled olive trees and a small abandoned chapel.

Then I discover something that immediately catches my attention: several old, decaying beehives. Some wooden frames are still inside. Having kept bees myself for many years, I cannot simply walk past them.

When did a beekeeper last work here? And what did the bees find among these hills?

A few days ago, I bought a jar of thyme honey at the market. Its flavour is wonderfully strong, aromatic and slightly bitter.

I continue downhill towards the coast. The view is breathtaking.

But then I remember one important detail: everything I walk downhill, I will eventually have to climb again.

So I turn around.

After all, you do not have to explore every mountain all the way to the bottom.





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Kommentare

Anna hat gesagt…
Jolie ballade au milieu des oliviers !!!!
Belles photos aussi !
Bonne soirée !
Anna
Bill hat gesagt…
Thank you for sharing your nice walk through the olive trees. What lovely photos you got. Happy weekend!