Eine ganze Stadt am Berghang, unzählige Treppen, alte Kirchen und immer neue Ausblicke: Wir steigen hinauf durch das byzantinische Mystras.
Sparta oder Mystras, diese Frage stellte sich bei unserer letzten Fahrt. Sparta kennt dem Namen nach fast jeder. Mystras ist längst nicht so bekannt. Mystras stammt nicht aus der Antike, sondern ist eine byzantinische Ruinenstadt.Byzantinisch hatten wir noch nicht. Die Entscheidung war gefallen.
Es war eine sehr gute Entscheidung. Mystras ist sehr groß und recht gut erhalten. Die Stadt liegt an einem Hang und es geht steil bergauf. Schon unten hinter dem Kassenhäuschen wird klar: Wir besichtigen keinen Turm, sondern eine Stadt. Der ganze Hang scheint aus Treppen zu bestehen. Bei unserem Alter in der Sonnenhitze ohne Schatten? Aber wir sind nicht die einzigen Besucher jenseits der Siebzig. Wir schaffen das genau wie sie.
Es gibt so viel zu sehen, dass wir gar nicht bemerken, wie wir immer höher hinauf steigen.
Schon bald schauen wir auf die Ruinen des Palastes des Despoten hinab. Einst eine prachtvolle Residenz. Jetzt leider ohne Dach.
Überall gibt es Einblicke und Durchblicke. Ein Paradies für Fotografen.
Wege führen zwischen Mauern hindurch und Treppen hinauf. Hinter der nächsten Kurve taucht wieder eine Kirche auf. Und immer wieder öffnet sich der Blick weit über die Landschaft.
Die Hagia Sophia, auch bekannt als Kirche der Heiligen Weisheit, gefällt mir mit ihrer spätbyzantinischen Architektur besonders gut.
Mystras entstand im 13. Jahrhundert. Ausgerechnet ein fränkischer Fürst ließ 1249 die erste Festung auf dem Berg errichten. Wenige Jahre später kam sie in byzantinische Hand. Unterhalb der Burg wuchs die Stadt heran und entwickelte sich zu einem bedeutenden spätbyzantinischen Zentrum.
Aber es geht weiter.
Dort oben lockt schon die nächste alte Mauer.
Mystras war nicht nur Sitz von Herrschern und Geistlichen, sondern eine lebendige Stadt. Hier wurde gewohnt, gearbeitet und gehandelt. Händler kamen sogar aus anderen Teilen des Mittelmeerraums. Heute ist davon vieles verschwunden.

Nach weiteren Treppenstufen erreichen wir das Pantanassa Kloster.
Dort finden wir mitten zwischen all den verlassenen Gebäuden tatsächlich einen Ort, an dem noch heute Menschen leben. Aber der bekommt seinen eigenen Bericht.
Heute gehen wir erst einmal mit euch hinunter. Ich habe längst aufgehört zu zählen, an wie vielen Kirchen, Mauern und Ruinen wir vorbeigekommen sind.
Mystras können wir nicht an einem Tag kennenlernen. Aber wir haben eine ungefähre Vorstellung davon bekommen, wie gewaltig die Stadt einmal gewesen ist.
Sparta haben wir an diesem Tag nicht mehr geschafft.
Macht nichts. Byzantinisch hatten wir schließlich noch nicht.
We chose Mystras, a Byzantine ruined city built on a steep mountainside. It turned out to be a very good decision.
The higher we climb, the more the former city reveals itself. Ruined palaces, old walls and churches appear along the way, while magnificent views open across the landscape. Mystras began in the 13th century and later became an important centre of the late Byzantine world.
Today only ruins remain, but they leave plenty of room for the imagination. How did people live here, work here and walk these steep streets every day?
Eventually we reach the Pantanassa Monastery, a place where people still live among the remains of the old city. But that deserves a story of its own.
We never made it to Sparta that day.
Never mind. We hadn’t done Byzantine yet.















Kommentare