Vathia wirkt wie ein verlassenes Wehrturmdorf im Süden der Mani. Doch ein paar kleine Spuren lassen uns daran zweifeln.
Der nächste Stopp nach unserer Besichtigung der Unterwelt liegt noch weiter im Süden der Mani. Immer wieder begegnen wir auf unserer Fahrt den typischen Türmen. Die Wehrtürme passen genau zu der kargen Landschaft. Oft sind nur noch Ruinen übrig.
Immer wieder sehen wir Kirchen und kleine Kapellen.
Aber nicht alle Turmbauten sind Jahrhunderte alt. Die strenge Steinarchitektur der historischen Bauwerke wird überall in der Mani für Neubauten genutzt.
Ich mache mir unterwegs ein Ratespiel daraus: Alt oder Neu? Aus der Ferne ist das oft kaum zu erkennen.
Nach den inzwischen gewohnten Serpentinen, man kann sich wirklich an vieles gewöhnen, finden wir unser Ziel.
Vathia, ein fast unbewohntes Wehrturmdorf.
Fast unbewohnt? Wir sehen jedenfalls keine Menschenseele. Also versuchen wir herauszufinden, ob hinter einigen der alten Mauern vielleicht doch noch jemand lebt. Hans hat die Idee, nach den Stromzählern zu sehen. Bei fast allen Häusern waren sie ausgebaut oder stehen still. Aber zwei oder drei laufen.
Ganz verlassen kann Vathia also nicht sein.
Wir laufen durch enge Gassen, über geräumige Höfe und um dunkle Ecken.Und dann entdecke ich auf einem Fensterbrett eine Schüssel mit Katzenfutter. Irgendjemand musste es schließlich dort hingelegt haben.
Hier wurden wahrscheinlich früher Oliven verarbeitet. Die alten Mühlsteine und sogar eine Presse finden wir noch unter den Resten des eingestürzten Daches. Beim Anblick der massiven Mahlsteine kann ich mir die schwere Arbeit gut vorstellen.
Leicht kann das Leben in dieser kargen Landschaft nicht gewesen sein.
Weit ab vom Dorf entdecken wir einen kleinen Friedhof. Hier in Vathia wurde gelebt und gestorben.
Im 19. Jahrhundert sah es hier völlig anders aus. Damals lebten mehrere hundert Menschen in Vathia. Die meisten der Gebäude, zwischen denen wir heute herumliefen, entstanden zwischen 1840 und 1900. Nach dem Zweiten Weltkrieg verließen immer mehr Bewohner das Dorf. Um 1980 waren nur noch wenige geblieben.
In den 1970er Jahren begann der griechische Fremdenverkehrsverband, einen Teil der alten Turmhäuser zu restaurieren. Einige wurden zeitweise sogar als Unterkünfte genutzt. Deshalb sehen manche Häuser heute wesentlich besser erhalten aus als ihre Nachbarn.
Vor allem die Kirche sieht gut erhalten aus. Vielleicht gibt es noch Gottesdienste?Vielleicht ist es gar nicht so verwunderlich, dass wir keine Menschenseele sehen. Wer möchte schon selbst zur Sehenswürdigkeit werden?
Und wie fühlt es sich nachts an, wenn sich alles in der Dunkelheit in ein Geisterdorf verwandelt? Ich würde mich nicht mehr aus dem Haus trauen.
Our journey through the Mani takes us further south to Vathia, an old village of stone tower houses.
At first, the village seems completely deserted. We do not see a single person. But is nobody really living here anymore? Hans starts checking the electricity meters. Most are disconnected or no longer running, but two or three are still in use. Then I discover a bowl of cat food on a windowsill. Someone must have put it there.
We walk through narrow lanes and quiet courtyards, discover old millstones and a small cemetery, and try to imagine life here in the past.
Several hundred people lived in Vathia during the 19th century. Today, many of its buildings are abandoned, while others have been restored.
Perhaps Vathia is not quite as deserted as it seems.


















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