Nach der Trockenheit kommt das Grün - Was mir der Dürresommer 2018 über Pflanzen, Regenwasser und ein bisschen Gelassenheit beigebracht hat
Ein Blick auf meine Gartennotizen von 2018 erinnert mich daran, wie erstaunlich viel Pflanzen aushalten und wie sinnvoll es ist, aus trockenen Sommern zu lernen.
Beim Stöbern in alten Blogbeiträgen bin ich auf meine Gartennotizen aus dem Sommer 2018 gestoßen.
„Ich frage mich, woher die Stauden bei der noch immer anhaltenden Trockenheit die Kraft für einen so farbenfrohen Blütenflor nehmen. Leider häufen sich die Totalausfälle auch bei mir.“
Im Juli klang es schon etwas verzweifelter:
„Meine Beete werden lichter. So manches Pflänzchen hat sich inzwischen verabschiedet. Ob für diesen Sommer oder für die Ewigkeit, wird sich noch zeigen.“
Tag für Tag habe ich gegossen. Trotzdem wurden die Beete brauner und leerer.
„Überall sprießen grüne Halme durch das Rasenbraun. Stauden schieben neue Blätter und Blumen, die ich schon abgeschrieben hatte, entschließen sich zu einer verspäteten Blüte.“
Diese drei alten Einträge lese ich heute mit anderen Augen.
2018 erlebten wir einen Sommer fast ohne nennenswerten Niederschlag. Im Juli war ich überzeugt, einiges im Garten endgültig verloren zu haben.
Acht Jahre später stehe ich wieder zwischen Pflanzen, denen die Hitze zugesetzt hat. Auch dieser Sommer hinterlässt seine Spuren. Manche Hortensien tragen braune statt weißer Blütendolden. Blätter sind trotz regelmäßigen Gießens in der heißen Sonne verbrannt. Einige Stauden sehen aus, als wären sie schon im Winterschlaf.
Und doch blüht es an vielen Stellen weiter.
Inzwischen hat es endlich geregnet.
Auch ich habe seit 2018 dazugelernt.
Nach jenem trockenen Sommer schaffte ich mehrere Tanks an, die zusammen einige tausend Liter Regenwasser aufnehmen können.
Schön waren sie nicht.
Große Wassertanks gehören schließlich nicht unbedingt zu den Dingen, die man seinen Gartenbesuchern als Erstes zeigen möchte.
Also pflanzte ich Knöterich und Russischen Wein davor. Zwei Jahre später waren die Tanks fast verschwunden.
Seitdem sammle ich Regenwasser. Nicht ein Fässchen voll, sondern so viel wie möglich.
In den letzten Sommern brauchte ich davon kaum etwas. Vor dem Winter musste ich sogar Wasser ablassen, damit die Tanks leer waren. Jedes Mal tat mir das fast körperlich weh. So viel kostbares Wasser einfach laufen lassen!
In diesem Sommer war ich froh über jeden gespeicherten Liter. Mit einer Pumpe konnte ich aus den Tanks gießen und musste nicht ständig überlegen, welche Pflanze zuerst etwas bekommen sollte.
Natürlich konnte auch das nicht alles verhindern.
Die Sonne hat Blätter verbrannt. Blüten sind vertrocknet. Einige Pflanzen haben sich vorerst verabschiedet.
So sieht der Garten in einem heißen Sommer eben auch aus.
Aber ich möchte mich darüber nicht ärgern.
Den Klimawandel können wir in unserem eigenen Garten nicht aufhalten. Wir können aber beobachten, was sich verändert, und überlegen, wie wir damit umgehen.
Regenwasser sammeln ist eine Möglichkeit. Vielleicht werden in Zukunft andere Pflanzen bei mir wachsen. Vielleicht brauche ich mehr Schatten. Vielleicht muss ich mich von manchen Gewohnheiten verabschieden.
Ein Garten war schließlich noch nie etwas Fertiges.
Er verändert sich.
Und wir Gärtner verändern uns mit ihm.
2018 habe ich im Juli auf meine vertrockneten Beete geschaut und mich gefragt, was davon überhaupt übrig bleiben würde.
Im September sprießte wieder Grün.
Daran denke ich heute.
Der Regen ist inzwischen gefallen. Die ersten Pflanzen richten sich bereits wieder auf. Andere werden länger brauchen.
Und manches wird vielleicht erst im nächsten Frühjahr zeigen, dass noch Leben in ihm steckt.
Pflanzen können erstaunlich viel aushalten.
Und Jammern hat noch keine einzige Staude wieder grün gemacht.
After the Drought Comes Green Again
While looking through old blog posts, I found notes from the exceptionally dry summer of 2018. At the time, I was convinced that many plants in my garden had been lost for good.
But by September, green shoots appeared again and plants I had already given up on started growing and even flowering.
Eight years later, another hot and dry summer has left its mark. Some hydrangeas are brown, leaves have been scorched by the sun and several perennials look as if they have already gone into winter dormancy.
Still, many plants continue to flower.
One important lesson from 2018 was to collect much more rainwater. I installed several large tanks holding thousands of litres. They are now hidden behind climbing plants and this summer I was grateful for every litre stored there.
Of course, water cannot prevent every loss. Gardens are changing, and gardeners have to change with them.
But plants are often much tougher than they look.
The rain has finally arrived, and some plants are already recovering. Others may need until next spring to show that they are still alive.
Perhaps that is the most important lesson of all: observe, adapt and do what you can.
Complaining has never made a single perennial green again.














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