Mittwoch, 29. Oktober 2014

Herbst




Ich will den Herbst!
Ist es nicht, als wäre er das eigentlich Schaffende, schaffender denn der Frühling,
der schon gleich ist, schaffender, wenn er kommt mit seinem Willen zur Verwandlung und
das viel zu fertige, viel zu befriedigte,
schließlich fast bürgerlich-behagliche Bild des Sommers zerstört?
Dieser große herrliche Wind, der Himmel auf Himmel baut;
in sein Land möchte ich gehen und auf seinen Wegen.

Rainer Maria Rilke
Aus einem Brief an Clara Rilke vom 12. August 1904







Ist es wirklich erst einige Tage her, dass ich euch meine Herbstastern gezeigt habe? 
Sie sind völlig braun und längst verblüht. Mir kommt es vor, als wären Wochen vergangen.

Die Zeit der Winterchrysanthemen hat begonnen und schenkt noch einmal einen Farbenrausch wie im Hochsommer.


Fast wie Margeriten wirken die Blüten dieser Winterchrysantheme .

Ob leuchtendes Orange oder strahlendes Pink, bei diesen späten Asternsorten findet sich alles.


Farblich passend blühen noch einmal Westerland und


Rose de resht.




Aber auch die Blautöne, die bei den Chrysanthemen fehlen, finden sich noch.
Der ultimative Dauerblüher bei den Storchschnäbeln ist Rozanne.



Gemeinsam mit spätem Eisenhut  blüht er bis in den November.






Aber es müssen nicht immer Blüten sein. Bunte Blätter geben zusätzlich Farbe. Hier ist es ein kleiner wilder Wein, der sich am Teich angesiedelt hat.


Sonntag, 26. Oktober 2014

Mal wieder getöpfert ...

....habe ich in den letzten Tagen. 



Eine kleine freche Katzenfamilie ist in unser Wohnzimmer eingezogen.



Leider sind die Farben auf den Bildern sehr unterschiedlich. Grün sind sie schon,die kleinen Tierchen, aber weder das erste noch das zweite Bild stimmt mit der Originalfarbe überein.



Ein bisschen was weihnachtliches ist auch entstanden.





Das sind nicht die drei Damen vom Grill, sondern meine neuen Engel mit körpereigener Heizung.

Mittwoch, 22. Oktober 2014

Alles geschafft





So viel hatte ich mir vorgenommen und tatsächlich alles geschafft.

Die Keramik-Deko wurde sauber geschrubbt und in Kisten verpackt. Was jetzt noch draußen steht kommt auch mit Minustemperaturen klar.





Der Kompost ist gesiebt und zum Teil schon auf die Beete verteilt. 




Die Blumenzwiebeln von  Nebelung wurden in den Beeten verteilt.


Alles noch vor Regen und Sturm. Heute möchte ich wirklich nicht im Freien arbeiten. 
Die nächste größere Aktion steht an wenn die Kübelpflanzen ins Winterquartier müssen.  Hoffentlich noch nicht so bald.






Schon lange sind die Stauden-Sonnenhüte verblüht.Meine einjährigen Rudbeckia hirta hingegen blühen noch richtig schön.














Fetthennen und die wunderschöne Limelight sind zwar verblüht, aber sie sehen nach der Blüte noch lange gut aus.


















Neben dem Haus wächst eine mächtige Gleditschie. Sie treibt im Frühling gelb aus und genau die gleiche gelbe Tönung hat jetzt ihr Herbstlaub.




Geschützt vor Regen und Wind blüht noch immer eine weiße Begonie. Die Knolle werde ich zu den Dahlienknollen legen und nächstes Jahr wieder in einen Topf pflanzen. So blüht sie Jahr für Jahr.



Samstag, 18. Oktober 2014

Zwischen Eisenhut und Chrysanthemen




Das waren noch Zeiten! 
Bis vor ein paar Tagen wurde bei uns im Dorf noch regelmäßig Sperrmüll abgefahren.
Jetzt müssen wir, wie es fast überall ist, einen Sperrmülltermin beantragen. 
Vorbei sind meine kleinen Touren durch den Ort um nach Schnäppchen zu suchen.
Die Gießkanne samt Halterung war eines der letzten Schätze, die ich mit nach Hause brachte.

Wie gut, dass es wenigstens noch Flohmärkte in der Nähe gibt.




Was solls, vorbei ist vorbei und an diesem sonnigen Oktoberwochenende können keine sentimentalen Gedanken bestehen. 
Ich möchte euch heute auf eine kleine Reise durch den Herbstgarten mitnehmen. Das warme Licht lässt jetzt  alles zauberhaft erstrahlen.
Wer mag kommt mit.





Herbstastern, Verbena bonariensis, Heiligenkraut, Tagetes und Fetthennen  passen wunderbar zusammen.





Die Herbstastern sind in diesem Jahr ein Traum. Sie blühen seit Wochen in allen Blau- und Lilatönen. Die meisten haben sich selbst ausgesät und jede Pflanze sieht ein bisschen anders aus. 




In kräftigen Farben blüht der späte Eisenhut. Jemand hat mal gesagt, er sei der Rittersporn des Herbstes.




Morgens funkeln tausende winzige Tautropfen auf allen Blättern.


















Kleinblütige Chrysanthemen. ehemals Topfpflanzen. 
Wenn der Winter nicht zu kalt wird, halten sie mehrere Jahre.




Bei dieser Yucca konnte ich nicht widerstehen. Ich bin ein großer Yucca-Fan und habe schon viele Pflanzen im Haus und im Garten. Zwar ist die Yucca gloriosa nicht sicher winterfest, aber als ich vor einigen Tagen in Potsdam eine tolle Staudengärtnerei besuchte, da musste sie einfach mit.Dieses Jahr überwintert sie im Haus, später soll sie im Gräserbeet stehen.





Tagetes blühen bei mir an allen Stellen, die etwas kahl wirken. Ich ziehe sie immer auf Vorrat in einer Gartenecke und verpflanze sie bei Bedarf.




Ich wünsche euch einen schönen Sonntag und viel Spaß in der Sonne, die ja morgen noch mal richtige Wärme bringen soll.


Mittwoch, 15. Oktober 2014

Karl-Foerster-Garten



Wenn ich noch einmal auf die Welt komme, werde ich wieder Gärtner, und das nächste Mal auch noch. Denn für ein einziges Leben ward dieser Beruf zu groß.“

Karl Foerster


Endlich hatte ich die Gelegenheit zu verreisen. Wohin soll die Reise gehen? Meine Tochter wollte mit mir ein paar schöne Tage verbringen und überließ mir das Ziel. 
Potsdam sollte es sein. Schlösser, Gärten, Museen, in der Umgebung wunderschöne Seenlandschaften.

Gleich am ersten Tag besuchten wir den Privatgarten Karl Foerster. Für mich ein unbedingtes Muss. Schließlich ist er bei der Gestaltung meines Gartens mein großes Vorbild.

Im Potsdamer Stadtteil Bornim liegt das berühmte Anwesen der Familie Foerster. Zu Beginn des letzten Jahrhunderts schuf hier der Staudenzüchter Karl Foerster einen bezaubernden Schau- und Versuchsgarten. Über 60 Jahre lang lebte, arbeitete und züchtete er winterharte Stauden und Gräser, die er rund um sein Wohnhaus anpflanzte und die von der angrenzenden Gärtnerei in alle Welt versendet wurden. Während dieser Zeit entwickelte sich das Foerster-Haus und sein Garten zu einem Mekka der Gartenfreunde. Auch heute erfreut sich der Garten großer Beliebtheit und gehört zu den meistbesuchten Privatgärten Deutschlands.
Auf meinen Bildern könnt ihr sehen, dass sich ein Besuch auf jeden Fall lohnt.






Beim Eintreten in den Garten gelangten wir auf den Frühlingsweg. Hier schmückt im Frühjahr ein Blütenmeer aus Krokussen, Adonisröschen, Primeln und vieles mehr die Beete.




Die Treppenstufen hinab führen in den brerühmten Senkgarten, das Herzstück der Anlage. Im Zentrum befindet sich ein Teich umgeben von einem Ufergarten.




In den angrenzenden Bereichen blühen Herbstastern, Chrysanthemen, Gräser und Dahlien.




Das Zusammenspiel von Erscheinungsbild, Farbe und Duft in ihrer immer wiederkehrenden jahreszeitlichen Abfolge standen im Mittelpunkt der Überlegungen Karl Foersters. In diesem Zusammenhang stehen auch seine Bemühungen um widerstandsfähige, ausdauernde und winterharte Stauden sowie um die Einführung von bei uns gut gedeihenden Wildstauden, Gräser und Farnen aus aller Welt.




Im eher formal angelegten Herbstbeet wachsen Stauden des Spätsommers und des Herbstes wie Helenium, Herbstanemonen und immer wieder große Gräser.




Direkt neben dem Privatgarten befindet sich die riesige Foerter-Gärtnerei. Im Hintergrund seht ihr auf dem unteren Bild das Wohnhaus der Familie Foerster, das wie der Garten inzwischen der Marianne Foerster-Stiftung gehört.





Eigentlich wollten wir uns die Gärtnerei mit ihren mega-großen Staudenangebot nur mal ansehen. Als wir zurück  ins Hotel fuhren, da füllten diverse Staudentöpfchen den  Kofferraum. Glaubt mir, euch wäre es bei dem umfassenden Angebot an Jungstauden genau so ergangen.





Die Schlössertour durch Potsdam am nächsten Tag war wunderschön. Aber der Spaziergang durch diesen besonderen Garten bedeutete für mich das Highlight meiner kleinen Ferienreise.



Dienstag, 14. Oktober 2014

Tulpenzeit bei Kiepenkerl



Ja, es ist Tulpenzeit.

Aber bevor ich diesen für Oktober merkwürdigen Satz erkläre, möchte ich mich bei euch für eure lieben Kommentare und Mails bedanken. Ich freue mich über jeden Kommentar von euch, doch leider konnte ich mich nicht bei euch persönlich bedanken.

Ich war verreist. Juhu, endlich mal wieder!

So, jetzt zur Tulpenzeit. Stimmt, ihr habt es schon erkannt, es ist Pflanzzeit.
Dabei gilt es einiges zu beachten.

Tulpenzwiebeln werden im Herbst gesetzt: Wenn Tulpen rechtzeitig vor dem Winter an frostfreien Tagen gepflanzt werden, verzaubern sie im Frühling jeden Garten. Nach dem Kauf, vielleicht bei Kiepenkerl,  sollten die Tulpenzwiebeln möglichst schnell in die Erde. Der Platz sollte sonnig sein, schon im Halbschatten blühen Tulpen weniger gern.

Am schönsten zur Geltung kommen Tulpen in Gruppen und in unregelmäßigen Abständen gepflanzt. Tulpenzwiebeln sollten eine blühfähige Größe haben. Am besten sind große Zwiebeln der Sortierung 11/12 Zentimeter.

Die Pflanzen stellen keine großen Ansprüche an den Standort und die Bodenverhältnisse. Am besten gedeihen Tulpen auf durchlässigen Böden.

Die Tulpenzwiebeln kommen etwa doppelt so tief in den Boden wie sie hoch sind - ohne Druck und mit der Spitze nach oben. Der Abstand zwischen zwei Zwiebeln sollte bei kleinen Exemplaren 3 bis 7 und bei größeren 7 bis 20 Zentimeter betragen. Anschließend wird Erde aufgetragen und angegossen. Ein Frostschutz aus Laub oder Rindenmulch kann nicht schaden.

Im Herbst bekommen die Zwiebeln eine Hand voll Kompost und im Frühjahr etwas Dünger. Das sorgt für große Blüten und kräftige Farben.

In das Frühlingstreiben der Tulpen können sich zahlreiche Frühblüher mischen. Die frühen Sorten werden von Traubenhyazinthen (Muscari) und Hyazinthen (Hyazinthus orientalis) begleitet. Als Unterpflanzung von höheren Tulpen eignen sich auch blaue Vergissmeinnicht (Myosotis sylvatica), die zu rosafarbenen und roten Tulpen sowie zu gelb- und weißblühenden Sorten einen Kontrast bilden.

Tulpen können je nach Geschmack in das Gesamtbild des Gartens eingefügt werden. Sie werden etwa einzeln zwischen Rosen gesetzt.


Tulpensorten, die erst im Mai blühen, bekommen beispielsweise Zierlauch als Begleiter. Auch zweijährige Frühlingsblumen, zum Beispiel Goldlack (Cheiranthus cheirii) und Schöterich (Erysimum), ergänzen das bunte Treiben der Tulpen ebenso wie eine ganze Reihe von Stauden. Das Zusammenspiel von violetten und rosafarbenen Tulpen bekommt durch das Tränende Herz (Dicentra spectabilis), den Silberling (Lunaria annua) und Nachtviolen (Hesperis) einen passenden Rahmen. Wolfsmilch (Euphorbia) und Gemswurz (Doronicum) runden das Farbspektrum ab.


Im Staudenbeet braucht man Gruppen von 10 bis 20 Zwiebeln. Es ist ratsam, die niedrigen Botanischen Tulpen in den Vordergrund zu pflanzen. Für die anderen Sorten in der Beetmitte entwirft man ein Farbkonzept. Die verschiedenen Höhen und Blütezeiten werden so gestaffelt, dass sich die Tulpenblüte über mehrere Wochen erstreckt.


Warum ich mich heute so intensiv mit Tulpen beschäftige?







Heute morgen brachte der Paketdienst ein Überraschungspaket von der Firma Nebelung mit Blumenzwiebeln von Kiepenkerl.

Von Narzissen über Traubenhyazinthen bis zu vielen verschiedenen Tulpen ist alles dabei. Und ich darf die Zwiebeln ausprobieren und mich über viele tolle Farben im nächsten Frühjahr freuen.


Meine Lieblingsfarben habe ich auch schon entdeckt.







Besonders schön finde ich die Rosentulpen auf dem mittleren Bild. Aber auch die weiß-schwarze Parrotsmischung gefällt mir sehr.

Und damit es nicht nur Tüten zu sehen gibt, hier noch ein Bild vom letzten Frühjahr.




Ja, so wünsche ich mir den Frühling.




Mittwoch, 8. Oktober 2014

Heute mal keine Astern..





..es blüht noch so viel, ich könnte den ganzen Tag mit der Kamera zwischen den Blumen herum laufen.
Aber es gibt  noch viel zu tun, schließlich warten die üblichen Herbstarbeiten.
Seit zwei Tagen siebe ich Kompost. Bei der Nässe ist das kein schönes Arbeiten. Die Erde klebt an der Schaufel und in der Schubkarre. 





Bevor ich die Kompostmieten abgeräumt habe, wurden Kürbisse geerntet. Wir essen keine Kürbisse und deshalb wachsen hier nur Zierkürbisse. In diesem Jahr sind fast alle Kürbisse kugelrund und hellgelb.




Erstaunlich, wie lange die zarten Herbstanemonen in diesem Jahr blühen. Immer wieder entwickeln sich neue Knospen und Blüten.





Gräser wiegen sich im Wind. Sie werden genau wie alle Stauden erst im Frühjahr zurückgeschnitten.





Broceliande zeigt immer wieder Blüten. Sie kam in diesem Sommer neu ins Beet und ich bin von ihrer Blattgesundheit und Blühfreudigkeit begeistert.





Um Samen für das neue Jahr zu gewinnen bleiben die fast verblühten Rispen der Spinnenblumen noch stehen. In diesem Jahr blühten sie nicht so schön wie sonst. Vielleicht mögen sie keinen Regen.






Im August ausgesät beginnen jetzt meine Ringelblumen zu blühen. Durch die späte Aussaat habe ich jetzt reichlich Ringelblumen für die Vase.







Fast jede von euch kennt roten Lerchensporn aus dem Wald, wo er im Frühjahr blüht.

Der Gelbe Lerchensporn (Corydalis lutea) blüht den ganzen Sommer hindurch im Steingarten.

Ursprünglich wohl ein Bewohner kalkreicher Felsspalten, stammt der Gelbe Lerchensporn wahrscheinlich aus den südlichen Alpen, ist aber inzwischen in fast alle gemäßigten und wärmeren Gebiete der Erde verschleppt worden. Auf meinem kalkreichen Boden fühlt er sich sehr wohl.





Die Mutterpflanze der Sonnenbraut ist längst braun. Aber ihre Sämlinge legen jetzt richtig los. Nächstes Jahr werden sie wohl, wie es sich für sie gehört, im Hochsommer blühen.





Jetzt blüht er wieder, der blaue Enzian
(Gentiana acaulis)

Ein Gärtner hat mir mal gesagt, ich soll den Enzian so pflanzen, dass er Morgensonne bekommt, sonst aber im Schatten steht. So ganz genau im Osten stehen meine Enzianpflanzen nicht, aber sie blühen trotzdem zuverlässig jedes Frühjahr und jeden Herbst.




Mit diesem wunderschönen Spinnennetzt verabschiede ich mich für heute.