Samstag, 18. Oktober 2014

Zwischen Eisenhut und Chrysanthemen




Das waren noch Zeiten! 
Bis vor ein paar Tagen wurde bei uns im Dorf noch regelmäßig Sperrmüll abgefahren.
Jetzt müssen wir, wie es fast überall ist, einen Sperrmülltermin beantragen. 
Vorbei sind meine kleinen Touren durch den Ort um nach Schnäppchen zu suchen.
Die Gießkanne samt Halterung war eines der letzten Schätze, die ich mit nach Hause brachte.

Wie gut, dass es wenigstens noch Flohmärkte in der Nähe gibt.




Was solls, vorbei ist vorbei und an diesem sonnigen Oktoberwochenende können keine sentimentalen Gedanken bestehen. 
Ich möchte euch heute auf eine kleine Reise durch den Herbstgarten mitnehmen. Das warme Licht lässt jetzt  alles zauberhaft erstrahlen.
Wer mag kommt mit.





Herbstastern, Verbena bonariensis, Heiligenkraut, Tagetes und Fetthennen  passen wunderbar zusammen.





Die Herbstastern sind in diesem Jahr ein Traum. Sie blühen seit Wochen in allen Blau- und Lilatönen. Die meisten haben sich selbst ausgesät und jede Pflanze sieht ein bisschen anders aus. 




In kräftigen Farben blüht der späte Eisenhut. Jemand hat mal gesagt, er sei der Rittersporn des Herbstes.




Morgens funkeln tausende winzige Tautropfen auf allen Blättern.


















Kleinblütige Chrysanthemen. ehemals Topfpflanzen. 
Wenn der Winter nicht zu kalt wird, halten sie mehrere Jahre.




Bei dieser Yucca konnte ich nicht widerstehen. Ich bin ein großer Yucca-Fan und habe schon viele Pflanzen im Haus und im Garten. Zwar ist die Yucca gloriosa nicht sicher winterfest, aber als ich vor einigen Tagen in Potsdam eine tolle Staudengärtnerei besuchte, da musste sie einfach mit.Dieses Jahr überwintert sie im Haus, später soll sie im Gräserbeet stehen.





Tagetes blühen bei mir an allen Stellen, die etwas kahl wirken. Ich ziehe sie immer auf Vorrat in einer Gartenecke und verpflanze sie bei Bedarf.




Ich wünsche euch einen schönen Sonntag und viel Spaß in der Sonne, die ja morgen noch mal richtige Wärme bringen soll.


Mittwoch, 15. Oktober 2014

Karl-Foerster-Garten



Wenn ich noch einmal auf die Welt komme, werde ich wieder Gärtner, und das nächste Mal auch noch. Denn für ein einziges Leben ward dieser Beruf zu groß.“

Karl Foerster


Endlich hatte ich die Gelegenheit zu verreisen. Wohin soll die Reise gehen? Meine Tochter wollte mit mir ein paar schöne Tage verbringen und überließ mir das Ziel. 
Potsdam sollte es sein. Schlösser, Gärten, Museen, in der Umgebung wunderschöne Seenlandschaften.

Gleich am ersten Tag besuchten wir den Privatgarten Karl Foerster. Für mich ein unbedingtes Muss. Schließlich ist er bei der Gestaltung meines Gartens mein großes Vorbild.

Im Potsdamer Stadtteil Bornim liegt das berühmte Anwesen der Familie Foerster. Zu Beginn des letzten Jahrhunderts schuf hier der Staudenzüchter Karl Foerster einen bezaubernden Schau- und Versuchsgarten. Über 60 Jahre lang lebte, arbeitete und züchtete er winterharte Stauden und Gräser, die er rund um sein Wohnhaus anpflanzte und die von der angrenzenden Gärtnerei in alle Welt versendet wurden. Während dieser Zeit entwickelte sich das Foerster-Haus und sein Garten zu einem Mekka der Gartenfreunde. Auch heute erfreut sich der Garten großer Beliebtheit und gehört zu den meistbesuchten Privatgärten Deutschlands.
Auf meinen Bildern könnt ihr sehen, dass sich ein Besuch auf jeden Fall lohnt.






Beim Eintreten in den Garten gelangten wir auf den Frühlingsweg. Hier schmückt im Frühjahr ein Blütenmeer aus Krokussen, Adonisröschen, Primeln und vieles mehr die Beete.




Die Treppenstufen hinab führen in den brerühmten Senkgarten, das Herzstück der Anlage. Im Zentrum befindet sich ein Teich umgeben von einem Ufergarten.




In den angrenzenden Bereichen blühen Herbstastern, Chrysanthemen, Gräser und Dahlien.




Das Zusammenspiel von Erscheinungsbild, Farbe und Duft in ihrer immer wiederkehrenden jahreszeitlichen Abfolge standen im Mittelpunkt der Überlegungen Karl Foersters. In diesem Zusammenhang stehen auch seine Bemühungen um widerstandsfähige, ausdauernde und winterharte Stauden sowie um die Einführung von bei uns gut gedeihenden Wildstauden, Gräser und Farnen aus aller Welt.




Im eher formal angelegten Herbstbeet wachsen Stauden des Spätsommers und des Herbstes wie Helenium, Herbstanemonen und immer wieder große Gräser.




Direkt neben dem Privatgarten befindet sich die riesige Foerter-Gärtnerei. Im Hintergrund seht ihr auf dem unteren Bild das Wohnhaus der Familie Foerster, das wie der Garten inzwischen der Marianne Foerster-Stiftung gehört.





Eigentlich wollten wir uns die Gärtnerei mit ihren mega-großen Staudenangebot nur mal ansehen. Als wir zurück  ins Hotel fuhren, da füllten diverse Staudentöpfchen den  Kofferraum. Glaubt mir, euch wäre es bei dem umfassenden Angebot an Jungstauden genau so ergangen.





Die Schlössertour durch Potsdam am nächsten Tag war wunderschön. Aber der Spaziergang durch diesen besonderen Garten bedeutete für mich das Highlight meiner kleinen Ferienreise.



Dienstag, 14. Oktober 2014

Tulpenzeit bei Kiepenkerl



Ja, es ist Tulpenzeit.

Aber bevor ich diesen für Oktober merkwürdigen Satz erkläre, möchte ich mich bei euch für eure lieben Kommentare und Mails bedanken. Ich freue mich über jeden Kommentar von euch, doch leider konnte ich mich nicht bei euch persönlich bedanken.

Ich war verreist. Juhu, endlich mal wieder!

So, jetzt zur Tulpenzeit. Stimmt, ihr habt es schon erkannt, es ist Pflanzzeit.
Dabei gilt es einiges zu beachten.

Tulpenzwiebeln werden im Herbst gesetzt: Wenn Tulpen rechtzeitig vor dem Winter an frostfreien Tagen gepflanzt werden, verzaubern sie im Frühling jeden Garten. Nach dem Kauf, vielleicht bei Kiepenkerl,  sollten die Tulpenzwiebeln möglichst schnell in die Erde. Der Platz sollte sonnig sein, schon im Halbschatten blühen Tulpen weniger gern.

Am schönsten zur Geltung kommen Tulpen in Gruppen und in unregelmäßigen Abständen gepflanzt. Tulpenzwiebeln sollten eine blühfähige Größe haben. Am besten sind große Zwiebeln der Sortierung 11/12 Zentimeter.

Die Pflanzen stellen keine großen Ansprüche an den Standort und die Bodenverhältnisse. Am besten gedeihen Tulpen auf durchlässigen Böden.

Die Tulpenzwiebeln kommen etwa doppelt so tief in den Boden wie sie hoch sind - ohne Druck und mit der Spitze nach oben. Der Abstand zwischen zwei Zwiebeln sollte bei kleinen Exemplaren 3 bis 7 und bei größeren 7 bis 20 Zentimeter betragen. Anschließend wird Erde aufgetragen und angegossen. Ein Frostschutz aus Laub oder Rindenmulch kann nicht schaden.

Im Herbst bekommen die Zwiebeln eine Hand voll Kompost und im Frühjahr etwas Dünger. Das sorgt für große Blüten und kräftige Farben.

In das Frühlingstreiben der Tulpen können sich zahlreiche Frühblüher mischen. Die frühen Sorten werden von Traubenhyazinthen (Muscari) und Hyazinthen (Hyazinthus orientalis) begleitet. Als Unterpflanzung von höheren Tulpen eignen sich auch blaue Vergissmeinnicht (Myosotis sylvatica), die zu rosafarbenen und roten Tulpen sowie zu gelb- und weißblühenden Sorten einen Kontrast bilden.

Tulpen können je nach Geschmack in das Gesamtbild des Gartens eingefügt werden. Sie werden etwa einzeln zwischen Rosen gesetzt.


Tulpensorten, die erst im Mai blühen, bekommen beispielsweise Zierlauch als Begleiter. Auch zweijährige Frühlingsblumen, zum Beispiel Goldlack (Cheiranthus cheirii) und Schöterich (Erysimum), ergänzen das bunte Treiben der Tulpen ebenso wie eine ganze Reihe von Stauden. Das Zusammenspiel von violetten und rosafarbenen Tulpen bekommt durch das Tränende Herz (Dicentra spectabilis), den Silberling (Lunaria annua) und Nachtviolen (Hesperis) einen passenden Rahmen. Wolfsmilch (Euphorbia) und Gemswurz (Doronicum) runden das Farbspektrum ab.


Im Staudenbeet braucht man Gruppen von 10 bis 20 Zwiebeln. Es ist ratsam, die niedrigen Botanischen Tulpen in den Vordergrund zu pflanzen. Für die anderen Sorten in der Beetmitte entwirft man ein Farbkonzept. Die verschiedenen Höhen und Blütezeiten werden so gestaffelt, dass sich die Tulpenblüte über mehrere Wochen erstreckt.


Warum ich mich heute so intensiv mit Tulpen beschäftige?







Heute morgen brachte der Paketdienst ein Überraschungspaket von der Firma Nebelung mit Blumenzwiebeln von Kiepenkerl.

Von Narzissen über Traubenhyazinthen bis zu vielen verschiedenen Tulpen ist alles dabei. Und ich darf die Zwiebeln ausprobieren und mich über viele tolle Farben im nächsten Frühjahr freuen.


Meine Lieblingsfarben habe ich auch schon entdeckt.







Besonders schön finde ich die Rosentulpen auf dem mittleren Bild. Aber auch die weiß-schwarze Parrotsmischung gefällt mir sehr.

Und damit es nicht nur Tüten zu sehen gibt, hier noch ein Bild vom letzten Frühjahr.




Ja, so wünsche ich mir den Frühling.




Mittwoch, 8. Oktober 2014

Heute mal keine Astern..





..es blüht noch so viel, ich könnte den ganzen Tag mit der Kamera zwischen den Blumen herum laufen.
Aber es gibt  noch viel zu tun, schließlich warten die üblichen Herbstarbeiten.
Seit zwei Tagen siebe ich Kompost. Bei der Nässe ist das kein schönes Arbeiten. Die Erde klebt an der Schaufel und in der Schubkarre. 





Bevor ich die Kompostmieten abgeräumt habe, wurden Kürbisse geerntet. Wir essen keine Kürbisse und deshalb wachsen hier nur Zierkürbisse. In diesem Jahr sind fast alle Kürbisse kugelrund und hellgelb.




Erstaunlich, wie lange die zarten Herbstanemonen in diesem Jahr blühen. Immer wieder entwickeln sich neue Knospen und Blüten.





Gräser wiegen sich im Wind. Sie werden genau wie alle Stauden erst im Frühjahr zurückgeschnitten.





Broceliande zeigt immer wieder Blüten. Sie kam in diesem Sommer neu ins Beet und ich bin von ihrer Blattgesundheit und Blühfreudigkeit begeistert.





Um Samen für das neue Jahr zu gewinnen bleiben die fast verblühten Rispen der Spinnenblumen noch stehen. In diesem Jahr blühten sie nicht so schön wie sonst. Vielleicht mögen sie keinen Regen.






Im August ausgesät beginnen jetzt meine Ringelblumen zu blühen. Durch die späte Aussaat habe ich jetzt reichlich Ringelblumen für die Vase.







Fast jede von euch kennt roten Lerchensporn aus dem Wald, wo er im Frühjahr blüht.

Der Gelbe Lerchensporn (Corydalis lutea) blüht den ganzen Sommer hindurch im Steingarten.

Ursprünglich wohl ein Bewohner kalkreicher Felsspalten, stammt der Gelbe Lerchensporn wahrscheinlich aus den südlichen Alpen, ist aber inzwischen in fast alle gemäßigten und wärmeren Gebiete der Erde verschleppt worden. Auf meinem kalkreichen Boden fühlt er sich sehr wohl.





Die Mutterpflanze der Sonnenbraut ist längst braun. Aber ihre Sämlinge legen jetzt richtig los. Nächstes Jahr werden sie wohl, wie es sich für sie gehört, im Hochsommer blühen.





Jetzt blüht er wieder, der blaue Enzian
(Gentiana acaulis)

Ein Gärtner hat mir mal gesagt, ich soll den Enzian so pflanzen, dass er Morgensonne bekommt, sonst aber im Schatten steht. So ganz genau im Osten stehen meine Enzianpflanzen nicht, aber sie blühen trotzdem zuverlässig jedes Frühjahr und jeden Herbst.




Mit diesem wunderschönen Spinnennetzt verabschiede ich mich für heute. 

Freitag, 3. Oktober 2014

Schmetterlingsgarten




Den ganzen Sommer über vermisste ich die sonst so häufigen Schmetterlinge. Weder Lavendel noch Sommerflieder konnte sie locken. 
Im Frühsommer fraßen einige Schwalbenschwanzraupen an meinen jungen Königskerzenblättern. Ob sie sich schließlich verpuppt haben oder von einem hungrigen Spatz gefrühstückt wurden kann ich nicht sagen. Leider blieben die großen Falter in diesem Jahr aus.

Jetzt freue ich mich seit Tagen über jede Menge Schmetterlinge an den hohen Herbstastern. Ein ständiges Geflatter zeigt mir, dass die schönen Falter nur später als sonst zu Besuch kommen.



Weibliche Falter des großen Kohlweißlings.
Man erkennt sie an den schwarzen Flecken auf den Vorderflügeln. Den Großen Kohlweißling kann man an den schwarzen Flügelspitzen vom kleinen Kohlweißling unterscheiden.


















Und hier habe ich auch einen männlichen Falter entdeckt. Die schwarzen Punkte fehlen.
















Unverwechselbar ist das Tagpfauenauge



Natürlich tummeln sich auch viele andere Insekten auf den verlockenden Blüten und holen sich Pollen und Nektar. Bei der oberen Biene kann man deutlich die Pollenhöschen am dritten Beinpaar erkennen.







Ein kleiner Fuchs. 
Als überwinternder Falter gehört der Kleine Fuchs zu den ersten Faltern im Jahr.





Der Admiral gehört zu den Wanderfaltern. Er ist überall auf Blüten anzutreffen. Seine Raupen leben fast nur von Brennesselblättern.
Früher flog der Falter zum Überwintern in den Süden. Heute überwintern Admirale in allen Stadien auch immer öfter bei uns.




Hier zeige ich euch noch mal, dass fast auf jeder Blüte ein Schmetterling anzutreffen ist. 
Mit lieben Grüßen aus meinem derzeitigen Schmetterlingsgarten verabschiede ich mich für heute von euch.




Dienstag, 30. September 2014

Herbstastern







Jetzt im Spätsommer und im Herbst wird mein Garten in ein buntes Blumenmeer getaucht. Verantwortlich für diese Pracht sind hauptsächlich die vielen Herbstastern. 




Die mehrjährigen Stauden, erreichen je nach Sorte eine Höhe zwischen 25 cm und 200 cm. Dabei bringt das Gewächs Blüten in unterschiedlichen Farben hervor, zum Beispiel in  Rosa, Rot oder Violett. 





Ursprünglich in Kanada und Nordamerika beheimatet, verhalten sich Herbstastern in der Pflege etwas anspruchsvoller als Sommerastern.









Alle Asternsorten, die der Herbstvariante zugeordnet werden können, zeichnen sich durch ihre sehr reiche Blüte aus, die sie als Bienenweide wertvoll macht.



In meinem Garten werden vor allem folgende Sorten kultiviert: Kissenaster, Raublattaster, Glattblattaster.





Als wohl wichtigste Sorte präsentiert sich die Glattblattaster, die je nach Sorte rosa oder blaue Blüten ausbildet, welche rund um die Uhr geöffnet sind. Die Staude wächst locker horstartig und erreicht eine Gesamthöhe von bis zu 140 cm. Aufgrund ihrer Größe sollte zusätzlich eine Staudenstütze angebracht werden, an die sich die Pflanze anlehnen kann.





 Grundsätzlich ist das Gewächs etwas anspruchsvoller und empfindlicher als beispielsweise die Raublattaster, die der Variante mit den glatten Blättern optisch sehr ähnlich ist. Allerdings sind die Blätter dieser Sorte behaart. Die Blüten der Raublattaster, die ein reiches Farbspektrum aufweisen (Rot, Rosa, Blau, Violett, Weiß) schließen sich sowohl in den Abendstunden als auch bei schlechtem Wetter. Beide Sorten eignen sich gut als Hintergrundpflanzen von Beeten und Rabatten.









Die häufigste Erkrankung der Astern neben dem Mehltau ist die Asternwelke.

Die Asternwelke ist eine Pilzerkrankung, die bei einem starken Pilzbefall sogar zum kompletten Absterben der Blume führen kann. Durch die Erkrankung entsteht ein Wassermangel in der Pflanze, die zum welken und der Braunfärbung der Astern führt. Da diese Pilzerkrankung aus dem Erdboden über Wurzelverletzungen in die Aster gelangt, sind im Gartenfachhandel keine Spritzmittel zur Bekämpfung der Pilze, die die Asternwelke auslösen, erhältlich.






Um zu vermeiden, dass sich dieser Pilz im Garten ausbreiten kann, darf man die erkrankten oder abgestorbenen Pflanzen auf keinen Fall kompostieren.