Sonntag, 29. März 2015

Primeln und ein bunter Blütenreigen


Die heutigen Bilder sind alle schon einen Tag alt. Gestern morgen schien die Sonne und versprach einen schönen Tag. Lange angehalten hat das schöne Wetter nicht. Heute brauchte ich schon große Überredungskunst, um mit Max, eigentlich ein Allwetterhund, eine Runde im Regen zu drehen. 
Also heute Bilder aus meiner 24-Stunden-Konserve.







Primeln sind immer für eine Überraschung gut. Im Garten entdecke ich nicht nur Blüten in leuchtenden Farben und mit ausgefallenen Mustern, sondern auch halb gefüllte und gefüllte Formen. 
Dank ihrer Vielfalt sind Primeln (Primular acaulis und P. elatior-Hybriden)für mich die Nr. eins unter den Frühlingsblühern. Für Fernwirkung finde ich einfarbige Blüten in strahlenden Farben ideal, während aus der Nähe betracht  fein gezeichnete Sorten in Pastell-Tönen sehr interessant wirken.

Im Beet fühlen sich Primeln an sonnigen Plätzen ohne pralle Mittagssonne oder im Halbschatten am Rand von Sträuchern wohl. Vor Schnecken muss man sie unbedingt schützen obwohl ich bis jetzt noch keine Schnecke gesehen habe.





Im Schatten unter Sträuchern blüht jetzt auch Anemone blanda. Wenn man die Frühlings-Anemone nicht durch unnötiges Hacken im Sommer stört, vermehrt sie sich sehr schnell.




Sternhyazinthen (Chionodoxa), auch Schneeglanz genannt.





Und pünktlich zum Fest blühen Osterglocken in leuchtendem Gelb.



Das Lungenkraut auch geflecktes Lungenkraut genannt, ist unter dem botanischen Namen Pulmonaria officinalis bekannt. Es gehört zur Familie der Halbschattengewächse und bevorzugt aus diesem Grund Standorte ohne direkte Sonneneinstrahlung. Zu schattig solltet ihr es dem Lungenkraut jedoch auch nicht machen.

Lungenkraut Wein

Immer wieder hört man, Lungenkraut Wein kann ein großartiger Helfer sein wenn es um Beschwerden der Atemwege geht. Speziell bei Atemnot und Husten sei der Lungenkraut Wein sehr zu empfehlen.
Hier ein Rezept für Lungenkraut Weißwein, das meine Oma manchmal genutzt hat.
1 Liter Weißwein
3 Esslöffel Lungenkraut
3 Esslöffel Honig
Zubereitung:

Gebt den Wein und das Lungenkraut in einen Kochtopf und lasst beides zusammen mehrere Minuten kochen. Danach filtert ihr die Überreste des Lungenkrauts aus dem Wein heraus. Sobald die Temperatur des Weins auf „handwarm“ abgekühlt ist, gebt den Honig hinzu. Zum Abschluss wird der Wein in einem Gefäß verschlossen.



Ich glaube, in jedem Post habe ich ein Helleborus-Bild. Aber sie sind so schön, dass ich immer wieder die Kamera hole und neue Bilder mache.


Diesmal ende ich mit den ersten Tulpen, die hier in der Sonne leuchten.

Donnerstag, 26. März 2015

Blick in den Märzgarten






Nachdem ich in den vergangenen Tagen nur Leberblümchen und Nieswurz gezeigt habe, wird es mal wieder Zeit für einen kleinen Gartenrundgang. 

Die Hälfte der Beete habe ich aufgelockert und vom im Winter gewachsenen Unkraut befreit.
Der im Herbst gesiebte Kompost wurde  verteilt. Da ich immer zu wenig habe, geht es zu wie beim Losverfahren. Diesmal bekamen das Beet an der Terrasse und das Gräserbeet frischen Kompost. Da die Gräser keine fette Erde brauchen, bekommen sie nur Kompost und keinen Extradünger.

Nächste Woche beginne ich mit dem Rosenschnitt. Den Startschuss gibt immer die erblühte Forsythie. Die Rosen werden mit Kompost und Rosendünger gefüttert.




Jetzt blühen die ersten Tete a Tete Narzissen. Das Rot im Vordergrund gehört zu einer Pfingstrose. Die Strauchpfingstrosen sind schon sehr weit. Man kann bereits die Knospen erkennen.




Diesmal hat die Frühlings-Azalee die Nachtfröste überlebt. Sie hat schon häufiger in den Vorjahren ihre Blüten in frostigen Nächten eingebüßt.



Scilla siberica im schon hohen Gras. Ich glaube, es wird bald Zeit den Rasenmäher hervorzuholen.






Die erste blühende Hyazinthe möchte ich euch nicht vorenthalten. Wie alle anderen Hyazinthen kommt sie aus dem Blumentopf und hat ihr erstes Frühjahr in unserem Wohnzimmer verbracht. Mit den Jahren wird die Blüte meist etwas lockerer, aber die kräftige Farbe bleibt erhalten.


Auf meiner kleinen Blümchenwiese blühen jetzt die großblütigen Krokusse.




Ich habe euch schon öfter erzählt, dass sich die Helleborus auf unserem Kalkboden gut vermehren. Hier haben sich wohl zwei Pflanzen aneinander gekuschelt. Ob ihre Kinder rosa werden?




Mit einem Bild vom Hauseingang verabschiede ich mich heute von euch und wünsche euch ein schönes sonniges Wochenende.

Montag, 23. März 2015

Großvaters Ostereier



Hallo Ihr Lieben,
heute habe ich eine nette Geschichte für euch.

Überall auf euren Blogs sehe ich jetzt die tollste Osterdeko.
Klar, bei mir ist der Osterhase auch schon eingezogen. 
Und auch  im Esszimmer zieren meine selbst bemalten Eier wie jedes Jahr die Forsythienzweige aus dem Garten.
Ich sitze etwas versonnen vor meiner dritten Tasse Kaffee, als mein Mann mit einem recht verstaubten Karton hereinkommt.
"Sieh mal was ich gerade im Keller gaaanz hinten hinter dem alten Werkzeug gefunden habe" mit diesen Worten landet der Karton mitten auf dem Tisch.
Da ich meinen Mann und seine tollen Entdeckungen kenne, meistens ist es uraltes Werkzeug, sehe ich wenig begeistert, was er da so stolz hereingetragen hat.
Staunend finde ich ein Dutzend bemalte Eier. "Wo hast du die denn her? Aus dem Keller?"
Ich staune noch mehr, als ich höre, dass mein Mann die bemalten Hühnereier seines Großvaters gefunden hat. Sie müssen so um die siebzig Jahre alt sein und kein einziges Ei ist zu Bruch gegangen.
O.K. sie sind keine Meisterleistung, aber trotzdem erhalten sie einen Ehrenplatz am Osterstrauß.
Und morgen zeigen wir unseren Enkeln die Ostereier ihres Ur-Urgroßvaters.





Also mir gefallen sie. 
Gibt es bei euch auch so alte wiederentdeckte Erbstücke?


So, jetzt wieder zurück in die Gegenwart.
Ich habe für Ostern gebastelt, oder besser genäht.
Der Wintereinbruch gestern (der wievielte war das eigentlich?) nahm mir mal wieder die Lust am Garten. Dafür kam die Nähmaschine zum Einsatz und nun bereichern ein paar Hühner unser Haus.
Für ein Bild durften sie heute auf den Balkon.





Freitag, 20. März 2015

Leberblümchen


Meine Leberblümchen (Hepatica) entwickeln sich dank unseres Kalkbodens prächtig.






Kaum hatte das neue Gartenjahr begonnen, schoben sich erste Knospen ungeduldig über die jetzt braunen Blätter und begrüßten den Frühling.




Könnt ihr euch vorstellen, dass Japaner für ein seltenes Leberblümchen so viel Geld ausgeben wie für ein Auto? Schon lange genießt das Leberblümchen in Japan ungewöhnlichen Ruhm, beispielsweise als Geschenk zum Neujahrsfest.





Meine Leberblümchen sind Frühaufsteher und zeigen ihre Blüten meist schon ab Februar. Sie stehen in einer schattige Ecke unter Bäumen mit kalkhaltigem Boden. Im Mai bilden sich neue Triebe und es reifen die Saatkörner. Im August bekommen sie  einen mineralischen Dünger und neue Erde. Sie wachsen bis in den Oktober hinein, dann beginnt ihre Ruhezeit.Das jetzt unansehnliche Laub  diente als Winterschutz. 




Die Leberblümchen, die sich neu zeigen, sehen immer wieder anders aus als ihre Eltern.

Mittwoch, 18. März 2015

Nieswurz im Mittelalter



Was soll ich noch über die Nieswurz schreiben? Die beliebte Frühlingsblume wird so oft in euren Blogs beschrieben und im Bild gezeigt, dass mir nichts Neues dazu einfällt.




Wie aber wurde die Helleborus früher beschrieben? z.B. im Mittelalter?

Wurde sie vielleicht als Heilpflanze gebraucht?



Die abführende Wirkung der Nieswurz, die in alten heilkundlichen Schriften beschrieben wird, wurde auch zum Ausräuchern von Ställen und zur Reinigung von Häusern genutzt. Nieswurz wurde zur äußerlichen Behandlung gegen Krätze, sonstigen Hauterkrankungen und Ungeziefer eingesetzt. Zu diesem Zweck diente ein Destillat der Wurzel oder ein Extrakt der Blätter zum Einreiben. Deshalb wurde auch die Christrose als „Krätznbleamerl“, „Saubleamerl“ oder „Schelmrosn“ umgangssprachlich bezeichnet. Bereits im Mittelalter wurde bei der Behandlung von Pestbeulen die Christrosenwurzel als Ableitungsmittel durch provozierte Eiterung eingesetzt.

Aus diesem alten Brauch mag auch der Aberglaube entstanden sein, dass eine Christrosenblüte, die am Heiligen Abend den Schweinen ins Ohr gesteckt werde, vor Schweinepest bewahre.

Paracelsus empfiehlt zudem während der Behandlung von Schafen einen Zauberspruch zu singen. Die „Hühnerwurz“ bewirke ferner, dass Hühner keine Eier mehr legen, wenn diese in ihre Nähe gebracht werden.

Im Mittelalter galt die Christrose als Sitz einer Mar (Totengeist) oder einer Elbe. Die zerstoßenen Wurzeln waren eine wesentliche Zutat bei Hexensalben und –pulvern, die, auf den Boden gestreut, unsichtbar machen konnten.









Nach mittelalterlichem Aberglauben bezog die Kröte ihr Kontaktgift von der Christrose. Moderne Analysemethoden führten zu einem verblüffendem Ergebnis: Die reizenden Stoffe der Christrose Hellebrigenin und der Kröte Bufotailidin weisen eine vergleichbare chemische Struktur auf. So scheint das kuriose Volkswissen doch über Jahrhunderte hinweg ein Körnchen chemischer Wahrheit beherbergt zu haben.


Unter Berufung auf Paracelsus (1493-1541) wurden die getrockneten Blätter der Christrose als Elixier für langes Leben und ewige Jugend verwendet. Neuere Untersuchungen haben ergeben, dass dieser über viele Jahrhunderte ab dem 60. Lebensjahr konsumierte „Zaubertrank“ nichts anderes enthielt als ein niedrig dosiertes Herzglykosid, dessen Wirkstoff in den Blättern enthalten ist. Heute wird in der Volksmedizin als Geriatrikum oftmals das wirkungs- und strukturverwandte Glykosid des Fingerhuts empfohlen.



Da die Nieswurz durch Einführen in die Nase ihre reizende Wirkung sicher offenbarte und so ihrem Namen alle Ehre machte, wurde sie als Bestandteil des Schnupftabaks beigemischt.  Da Goethe durch seine naturwissenschaftliche Beschäftigung mit Helleborus sich der Toxizität der Pflanze wohl bewusst war, verfolgte er den sorglosen Genuss ohne ärztlichen Rat mit großer Skepsis.

Diese Auszüge aus Texten, die ich an der Uni. Regensb. gefunden habe, zeigen, dass die Helleborus schon immer ein interessantes Pflänzchen war.



Montag, 16. März 2015

Spatzen







Die drei Spatzen



In einem leeren Haselstrauch, 
da sitzen drei Spatzen, Bauch an Bauch. 
Der Erich rechts und links der Franz 
und mittendrin der freche Hans.

Sie haben die Augen zu, ganz zu, 
und obendrüber, da schneit es, hu! 
Sie rücken zusammen dicht, ganz dicht.
So warm wie der Hans hat's niemand nicht.

Sie hör'n alle drei ihrer Herzlein Gepoch. 
Und wenn sie nicht weg sind, so sitzen sie noch.


Christian Morgenstern


Eigentlich ist das kleine Gedicht von Morgenstern ein Wintergedicht. Aber immer wenn ich die muntere Spatzenschar in unserem Haselstrauch sehe, dann fallen mir die Zeilen aus meiner Kindheit  wieder ein. 





Wie bei euch, so wächst auch hier im Garten plötzlich alles rasend schnell.

Bevor ich euch einige Farbenexplosionen  aus dem Blumenbeet zeige, erst einmal etwas zartes, nicht so grelles.
Um die Blüten des Lorbeer, der seit einigen Tagen auf der Terrasse steht, zu sehen, muss man schon etwas genauer hinsehen.
Die Knospen bilden sich schon im Winterquartier und brechen bei den ersten Sonnenstrahlen auf.




Während die dunklen Iris reticulata schon verblühen, fangen die hellblauen Iris erst mit der Blüte an.




Jetzt blühen auch die späteren großblütigen Krokusse.




Gestreift finde ich sie besonders hübsch.



Weil ich Krokuswiesen immer so schön finde, pflanzte ich im Herbst eine bunte Mischung. Ich habe nicht nachgezählt, aber ich glaube, sie sind alle da. Auch hier sind die zarten Elfenkrokusse schon verblüht.




Auch die Primelzeit ist angebrochen. Beim nächsten Mal zeige ich euch mehr davon.



Sonntag, 8. März 2015

Endlich richtig Frühling - wer freut sich am meisten?







Die Bienen sind`s. 

Krokusse und Co. wurden heute Mittag regelrecht belagert. Es summte und brummte  durch den ganzen Garten.




Hier wuseln sie in den gerade erblühten Puschkinien herum.

Aber nicht nur für die fleißigen Bienchen gibt es Arbeit. Auch ich habe jetzt alle Hände voll zu tun.


Unter den Büschen muss das reichlich gewachsene Moos weggeharkt werden. 

Fast auf allen Beeten standen noch die braunen Stauden vom Vorjahr. Fast habe ich es geschafft, die Beete aufzuräumen.
Jetzt müssen noch die Kanten gestochen werden.

Der noch reichlich vorhandene Kompost möchte auf die Beete.



Wenn die Schneeglöckchen ausgeblüht sind, werde ich sie teilen und neu einpflanzen. Später weiß ich nicht mehr wo sie stehen.
Astern und Monarden müssen verzogen oder geteilt werden. 

Einen neuen Gartenbewohner habe ich auch. Die Wühlmaus hat in diesem Winter meinen Garten erobert und als Erstes meine erst zwei Jahre alte Annabelle komplett von unten abgefressen. Toll, bisher mochte ich alle Gäste im Garten, jetzt werde ich wählerischer.

Jetzt wird es richtig bunt in den Beeten und die Wühlmaus kann mich mal. Sie  wird schon nicht alles fressen. 

Ich hole meine Kamera und freue mich über neue Bilder. 



Im Schatten vor dem Haus  blühen noch immer gelb leuchtende Winterlinge.



Auch die kleinen wilden Alpenveilchen sind hier zu Hause.




In der Sonne hinter dem Haus blühen Krokusse





Frühlingsiris.






Und ganz vorsichtig schauen auch die ersten Leberblümchen aus dem Boden.