Mittwoch, 31. August 2022

Stippvisite in Vellberg

 Hallo, noch bin ich in Deutschland, aber meine Unruhe, nennen wir sie Reisefieber, meldet sich immer mehr. Um etwas zur Ruhe zu kommen, besuchte ich am Wochenende ein Meditationsseminar.

Auf dem Heimweg blieb Zeit für einen Rundgang in Vellberg.



Das kleine Städtchen Vellberg liegt in der Nähe von Schwäbisch Hall und die Altstadt ist einen Besuch wert.

Im Jahre 2002 konnte Vellberg auf eine 900jährige Geschichte zurückblicken.


Mein kurzer Spaziergang führte am rechteckigen Pulverturm vorbei. Der Turm wurde 1489 zusammen mit der Stadtmauer erbaut. 


Viele Treppen führen durch Tore und über schmale Wege durch den Orte. Am Ende der steilen Treppe steht, so weit ich erfahren konnte, das Pömpelestor.


Bald erreichte ich den Sixischen Turm, ein Rudturm mit Schießscharten und Spitzdach. Hier befindet sich der Eingang zum unterirdischen Wehrgang.



Der gut erhaltene unterirdische Wehrgang, der einzige in Süddeutschland, ist 150 Meter lang. Im Mittelalter lief er um die gesamte Burganlage.


Ich war ganz allein unterwegs in den engen Gängen. Nur wenige schmale Öffnungen ließen die Sonne herein und ein leichter unheimlicher Schauer brachte mir ein Gänsehautgefühl.


Leider war hier mein kurzer Besuch beendet. 
Ich konnte mir viel zu wenig ansehen und werde sicher im nächsten Jahr die hübsche kleine Stadt etwas intensiver erforschen. 



Donnerstag, 25. August 2022

Countdown Griechenland

 


Blick über Athen


Hallo Ihr Lieben,

nur noch drei Wochen bis zum Beginn unserer Griechenlandreise. Drei Wochen hört sich nach sehr viel Zeit an, aber es gibt noch so viel zu bedenken und zu tun.

Natürlich tun sich die üblichen Frauenfragen auf:  Welche Kleidung nehme ich für ein halbes Jahr mit? Mehr Sommersachen oder doch mehr für winterliche Tage? Wahrscheinlich ist es dort durchgehend wärmer als hier in Deutschland, aber der Klimawandel! Also nein, den vergesse ich jetzt mal sonst finde ich nie ein Ende beim Auswählen meiner Garderobe.



Wir leben nicht im Hotel sondern in einem Haus mitten in den Olivenhainen.

 Also Bügeleisen, Mixer, meine Lieblingsmesser für die Küche und was noch alles? Als ich in Gedanken bei den Kuchenformen ankam, hörte ich von hinten ein energisches NEIN. Wir reisen nicht mit einem LKW sondern mit dem Auto. Trotz Dachbox ist der Platz begrenzt. 

Eine Woche wird die Fahrt dauern. Wenn alles gut geht! Meine Fantasie springt im Galopp von einem Szenarium zum nächsten. Ich glaube, das ist schon Reisefieber. Dabei sind es doch noch DREI Wochen. Das kann noch gut werden.

Aber eigentlich freue ich mich schon sehr auf die Zeit auf dem Peloponnes.



Etwas wehmütig werde ich, wenn ich an den Garten denke. Im September bei sommerlichen Temperaturen alles winterfest machen ist mehr als seltsam. Die Kübel kommen ins Winterquartier und werden an eine Bewässerungsanlage angeschlossen. Mal sehen, wie übel sie mir das nehmen. Meine Calamondin ist bestimmt schwer beleidigt. Schließlich durfte sie in den vergangenen Wintern ins Wohnzimmer.



Alle Apfelbäume tragen in diesem Jahr besonders gut und auch die Äste vom Zwetschgenbaum neigen sich unter der schweren Last der leider noch nicht reifen Früchte. Ich hoffe, meine Nachbarn bedienen sich so wie sie es versprochen haben. 



Die Stauden lasse ich einfach so wie sie sind "zurück", es fühlt sich an wie "im stich". Allerdings schneide ich sie sonst ja auch erst im Frühjahr.



Ach ja, ständig fällt mir etwas ein, das noch unbedingt erledigt werden sollte.



Egal, jetzt gibt es Kaffee, das beruhigt, ich glaube fest daran.

Ich freue mich auf Griechenland! 






Sonntag, 21. August 2022

Sonnengelb

 Was passt besser zu dem noch immer andauernden Sommerwetter voller Sonnenschein als Blumen in Sonnengelb?


Allen voran natürlich die hohen Sonnenblumen.

Aber auch Staudensonnenblumen, die zuverlässig jedes Jahr wieder blühen, passen perfekt zum Sommer.





Die Mehrjährigen gibt es in vielen Sorten.









Etwas früher beginnt die Blüte der Sonnenhüte.




Auch hier kannst du unter verschiedenen Sorten wählen. Ob mehrjährige Rudbeckia fulgida oder Rudbeckia hirta, die meist nur einen Sommer blühen, aber sich gut über Samen vermehren.



Auch Tagetes blühen jetzt besonders schön. Ich lasse sie nach der Blüte stehen. So habe ich im Frühjahr genug junge Tagetes, die ich nur noch an eine passende Stelle pflanzen brauche.





Nicht so oft im Garten ist der Japanischen Goldkolben (Ligularia dentata) zu finden. Da er sehr viel Wasser braucht, sind seine Blätter deutlich kleiner als in feuchten Sommern.


Völlig anspruchslos zeigt sich hingegen der Bauern-Tabak (Nicotiana rustica), dessen Blütenbüschel sich  im August zeigen.


Fast hätte ich bei meiner Aufzählung Helenium, die Sonnenbraut, vergessen. 




Auch Rosen blühen in sehr schönen Gelbtönen und ich verabschiede mich für heute von euch mit der Königin der Blumen. 






Montag, 15. August 2022

Am Bahndamm





 Hallo Ihr Lieben,

ich wohne ganz in der Nähe einer Bahnlinie. Manchmal gleitet ein ICE flüsternd vorbei, manchmal rattert ein Güterzug durch die Nacht. Dank einer Lärmschutzwand ist das kein Problem. 

Der Weg am Bahndamm wird nicht genutzt. Wer will schon neben einer Bahnlinie spazieren gehen? 

Ich!


Dort bin ich vollkommen ungestört, niemand begegnet mir. Heute freue ich mich aber sehr, dass ihr mich begleitet.

Der Weg führt an dem alten verlassenen Bahnwärterhäuschen vorbei. Die Natur hat es fast zurückerobert.


Weinreben haben einen Weißdorn bis in die Baumspitze erobert. Ungestört können süße Trauben heranreifen. Ein Festmahl für  Amseln und Elstern.


Gleich nebenan locken Traubenkirschen mit den ersten reifen Beeren. Auch die für uns leicht giftigen Früchte sind in der Vogelwelt beliebt.


Hier wird das Gras nicht gemäht und bietet vielen Tieren Schutz.


Direkt am Weg blühen die letzten Schmalblättrigen Weidenröschen.


Weißes Seifenkraut blüht seit Wochen.  Wie schaffen diese Pflanzen es völlig ohne Wasser so gesund  auszusehen!


Alte vergessene Bahnschienen werden von Knallerbsensträuchern überwuchert und Brombeeren strecken ihre Ranken aus.


Hier wachen die Weihnachtsbäume für unser Dorf heran.


Ich kann Brombeeren naschen  -


- und dabei den Blick über die weite Landschaft mit ihren abgeernteten Feldern streifen lassen.


In der Ferne lugt unser Kirchturm hinter den Bäumen hervor. 


Und auch mein zu Hause entdecke ich vor dem Waldrand.



Klematis rankt auf dem Schotter am Wegrand entlang.


Hier sammle ich im Winter leere Schneckenhäuser und stocke meine Schneckenhaussammlung auf.



Ja und mit einem Bild meiner Sammlung  verabschiede ich mich für heute von euch. 



Schön, dass ihr mich begleitet habt.

Samstag, 13. August 2022

Mein einsamer Teichfrosch

 


Noch immer brütet die Sommerhitze im Garten. Meist halte ich mich im Schatten der Apfelbäume auf, aber auch da fühle ich mich nicht richtig wohl. Auch sonst ist es tagsüber still im Garten. Nur selten lässt sich ein Vogel hören. Auch von den Katzen, die sonst im Garten patrouillieren ist nichts zu sehen. Auch ihnen ist es viel zu heiß. 

Nur einer fühlt sich richtig wohl. MeinTeichfrosch. 



Dabei habe ich gar keinen richtigen Teich, sondern nur einen Miniteich in Form einer Schüssel.

Jeden Tag sitzt der kleine Kerl auf seinem Stein am Teichrand und schaut nach Insekten. Vor einigen Wochen ist er jedes Mal wenn er mich sah laut platschend ins Wasser gesprungen und hat sich unter den Pflanzen versteckt. Inzwischen hält er mich für ungefährlich und bleibt ruhig sitzen.

So kann ich ihn in aller Ruhe fotografieren. 



Leider lebt er sehr einsam. Weit und breit ist kein anderer Frosch in Sicht. Die Nachbarn trennten sich alle schon vor Jahren von ihren Gartenteichen. Wie der Frosch den Weg in den Garten gefunden hat kann ich nicht nachvollziehen. 



So leiste ich ihm ab und zu Gesellschaft. Wir schauen uns gegenseitig tief in die Augen und ich überlege, ob ich ihn irgendwann küsse. 



Fink und Frosch

Im Apfelbaume pfeift der Fink
sein: pinkepink!
Ein Laubfrosch klettert mühsam nach
bis auf des Baumes Blätterdach
und bläht sich auf und quakt: "Ja, ja!
Herr Nachbar, ick bin och noch da!"

Und wie der Vogel frisch und süss
sein Frühlingslied erklingen liess,
gleich muss der Frosch in rauhen Tönen
den Schusterbass dazwischen dröhnen.

"Juchheija, heija!" spricht der Fink.
"Fort flieg ich flink!
Und schwingt sich in die Lüfte hoch.

"Wat!" ruft der Frosch, "dat kann ick och!"
Macht einen ungeschickten Satz,
fällt auf den harten Gartenplatz,
ist platt, wie man die Kuchen backt,
und hat für ewig ausgequakt.

Wenn einer, der mit Mühe kaum
geklettert ist auf einen Baum,

schon meint, dass er ein Vogel wär,
so irrt sich der.

Wilhelm Busch